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Dienstag, 28. November 2017

Ein ganz schön liebenswerter Arsch.

Vor einigen Wochen hat mich Karo plötzlich angeschrieben: "Ich war ja schon irgendwie manchmal ein Arsch."
Daraus ist eine Unterhaltung entstanden darüber, wie sie sich früher oft verhalten hat (verhalten musste; in ihren Augen damals und um nicht kaputt zu gehen), und wie wahnsinnig weh mir das oft getan hat.

"Mir kommt es irgendwie so vor als hätte ich dich zeitweise ziemlich ausgenutzt..." hat sie geschrieben, "nur genommen anstatt mal was zu geben, und das ist arschig."

Ich habe mich damals kaum getraut, so was selbst zu fühlen, geschweige denn auch mal auszusprechen. Stattdessen habe ich mir Karos Verhalten immer erklärt. Und das war ja auch richtig so, sie hatte ja immer ihre Gründe und hat das nicht getan, weil sie Spaß dran hatte - für sie war das alles, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen konnte. Das wusste ich auch damals schon. Und deshalb... naja, deshalb hab ich viel ausgehalten und mir eingeredet, dass es gar nicht alles so weh tut, wie es vielleicht getan hat. 

Karo hat diese Unterhaltung angefangen, nachdem sie alte Blogeinträge von mir gelesen hat. Das hab ich dann im Anschluss auch gemacht. Normalerweise mache ich das nie - eben weil es mir sehr schwer fällt zu sehen, wie viel ich weggesteckt habe und wegerklärt, ohne mir selbst die Gefühle zu erlauben, die ich eigentlich hatte. 

Hier zum Beispiel, Dezember 2014, "Nicht Bescheid wissen": 
In anderen Bereichen ist das schwerer. Ein Beispiel ist, dass Karo darüber gebloggt hat, dass sie mit ihrer Therapeutin über ihre Zukunft gesprochen hat, und über das Gespräch am Mittwoch (morgen) mit ihren Eltern.
Ich bin gerade sehr unruhig deswegen. Ihre Zukunft - das geht auch mich etwas an. Ich würde so, so gerne wissen, was sie besprochen haben.
Aber: Ich weiß ja auch, dass Zukunft für Karo ein ganz ganz schwieriges Thema ist. Es macht sie oft fertig, darüber nachzudenken. Und nicht zuletzt weiß ich, auch aus Erfahrung, dass Karo mir sagen wird, wenn es eine wichtige Entwicklung gibt. Diese Gedanken beruhigen mich. Ich weiß, dass ich Karo damit gut tue, wenn ich sie in Ruhe lasse, und dass sie mit mir reden wird, wenn sie 1. so weit ist und 2. der Bedarf da ist, ich also etwas wissen sollte (oder natürlich, sie einfach Lust dazu hat ;) ).

So ging es mir damals häufiger. Karo hat mir manchmal viel erzählt von sich, aber es gab auch sehr sehr oft Phasen und Momente, in denen ich kaum etwas von den wichtigen Dingen in ihrem Leben erfahren habe. Manchmal habe ich dann auf Umwege davon erfahren, zum Beispiel über so einen Blogeintrag. Oder sie hat Dinge nebenbei erwähnt, die mich wahnsinnig beschäftigt haben, ohne mir aber die Gelegenheit zu geben, mit ihr darüber zu sprechen.

Wie man aus dem Beispiel vom Blogeintrag sieht, habe ich vor allem mir zurechtgelegt, warum sie tut, was sie tut. Das war auch sehr wichtig für mich, denke ich, sehr richtig und sinnvoll. Aber nichtsdestotrotz hat es mir wahnsinnig weh getan, mich wütend gemacht und verletzt, und keine dieser Emotionen habe ich mir uneingeschränkt erlaubt. Erst recht keine Wut. Wütend? Ich? Nein, das war ich nie.
(Plot Twist: Ich war es doch. Und dass ich mir das nicht erlaubt habe, hat mir nur noch mehr weh getan.)

Auf dem Blog hier habe ich viel zurückgehalten. Die alten Beiträge zu lesen tut mir weh, weil ich zwischen den Zeilen den Schmerz erkenne, und wie sehr ich mich angestrengt habe, es absolut allen recht zu machen, worüber ich mich dann total vernachlässigt habe.

Ein paar Wochen nach der ersten Unterhaltung hat mich Karo besucht (zu einem unseren monatlichen Wochenendtreffen, die wir nach wie vor haben). Dort haben wir uns dann an einem Abend zusammengesetzt und ich habe ihr alte Briefe gezeigt, die ich an sie geschrieben habe wenn es etwas gab was ich ihr nicht sagen konnte, in der Hoffnung, dass irgendwann einmal ich dran bin, und sie auch meinen Schmerz aushalten kann.

Die Briefe sind alle in einem Buch. Der erste Eintrag ist vom 29. September 2014:
(...) Du brauchst mich zurzeit so sehr. Und seit ein paar Wochen oder Monaten habe ich, glaube ich, irgendwie den Clou raus, wie ich für dich da sein kann. (...) Aber das hat auch seinen Preis. Ich halte viel, viel mehr zurück als früher. Ich dränge dir keine Diskussionen und Gespräche mehr auf, wenn ich es irgendwie vermeiden kann. Aber das heißt eben auch, dass viele meiner Gedanken, Gefühle, Enttäuschungen, Sorgen... dass viel von dem für mich allein bleibt. Und das tut mir so weh und kostet viel Kraft. Ich kämpfe oft mit mir, weil ich das alles mit dir teilen, aber dich auch nicht belasten will. (...) Ich teile dir hier alles mit, wie es mir mit uns, mit unserer Beziehung geht, jeden Tag - zumindest hoffe ich das -, aber es belastet dich nicht und zerstört nicht den liebevollen Umgang momentan zwischen uns, der mich so glücklich macht. Aber wenn du stark genug bist, wenn du gesund bist - dann will ich dich aufholen lassen. Dann will ich dir zeigen, was ich dir jetzt alles nicht sagen kann. (...)"

 Über ein halbes Jahr lang habe ich immer wieder in das Buch geschrieben, wenn es Dinge gab, die ich Karo nicht direkt sagen konnte. Manchmal war ich sehr frustriert. Manchmal war ich sehr wütend - und hab mir das, in diesem Buch, endlich auch einmal erlaubt. Manchmal hat mir alles weh getan und ich war überfordert oder habe mir gewünscht, jemand anderen zu lieben, mit dem es vielleicht leichter wäre. Manchmal gab es auch gute Momente, in denen ich Karo ein bisschen in meine Probleme einweihen konnte und sie für mich da war.

An diesem Wochenende vor drei Wochen haben Karo und ich zusammen all diese Briefe durchgelesen und uns darüber unterhalten. Das war nicht immer leicht, für uns beide nicht, aber mir hat es auch wahnsinnig gut getan. Ich hatte es mir immer gewünscht und immer darauf gehofft, dass Karo eines Tages bereit wäre, mit meinem Schmerz von damals umzugehen. Aber in vielen Momenten habe ich nicht wirklich daran geglaubt.

In letzter Zeit geht es uns aber wahnsinnig gut zusammen, schon seit so vielen Monaten. Und deshalb war jetzt auch mal die Gelegenheit da, alte Wunden aufzugreifen und noch mal anzuschauen.

Wie Karo an dem Wochenende war, und wie wichtig das für mich war, lässt mir auch jetzt noch mal Tränen in die Augen steigen. Durch den direkten Vergleich mit ihrem früheren Verhalten ist mir so deutlich aufgefallen, an was für einem besseren Punkt wir jetzt so langer Zeit sind und wie weit wir uns weiterentwickelt haben - jede für sich, aber auch zusammen als Paar.
Karos ganze Aufmerksamkeit einfach bei mir zu haben und sie ganz für mich da sein zu sehen, in einem Bereich der sie eigentlich so persönlich betrifft und wo sie ja auch große Schuldgefühle haben könnte - das war so heilend. Dass wir so ernsthaft über unsere damaligen Probleme reden konnten und ich so sehr angenommen war. Für all das bin ich unglaublich dankbar.

Und es hat auch wirklich gut getan zu sehen, wie viel Weg wir zurückgelegt haben in den viereinhalb Jahren unserer Beziehung. Zwischen diesen schlimmen Momenten damals und heute liegen wirklich Welten. Auch damals gab es gute Zeiten, natürlich. Aber insgesamt weiß ich auch, dass ich wahnsinnig viel ausgehalten habe.
Und heute ist das einfach anders. Natürlich gibt es nach wie vor Dinge, die mich auch mal belasten. Wir streiten manchmal oder unterhalten uns sehr emotional über etwas, was eine von uns verletzt hat. Aber wir können das halt mittlerweile. Wir wissen beide viel besser, wie wir miteinander und mit uns selbst umgehen können, und deshalb ist unsere Beziehung um so viel gesünder.

Wir haben beide echt so viel zurück gelegt. Ich bin wahnsinnig stolz auf uns. Und ziemlich happy. :)

Dienstag, 21. Juni 2016

Wenn es sich anfühlt, als ob du kaum noch da bist.

Zurzeit geht es Karo ziemlich schlecht.
Ich merke, wie ich mich oft überhaupt nicht darauf konzentriere, sondern mich ganz viel mit meinem eigenen Leben beschäftige und so unabhängig lebe, wie ich eben kann.
Ich merke aber auch, wie dann deshalb abends oft, kurz vorm Einschlafen, alles über mich hereinbricht und plötzlich alles sehr, sehr weh tut.
Ich versuche deshalb, das auch tagsüber mehr an mich heranzulassen. Wenn ich alles weg schiebe so weit es geht, wird es dann eben irgendwann viel zu viel und tut in dem Moment dann nur umso mehr weh.
Deshalb schreib ich jetzt zum Beispiel auch diesen Blogeintrag.

Ich weiß nicht wirklich, was los ist. Karo weiß es glaub ich auch nicht. Viele verschiedene Sachen wahrscheinlich und gleichzeitig alles und nichts.

Ich weiß nur, dass es sich anfühlt, als ob sie kaum noch da ist. Wir reden nicht viel, die letzten Tage, nur manchmal gibt es Momente wo es sich fast normal anfühlt. Aber meistens sind es gerade Stunden, in denen wir nicht miteinander kommunizieren, und sich die Leere irgendwie größer anfühlt als an guten Tagen - wenn ich darüber nachdenke, zumindest.
Und auch wenn wir reden, schreiben, auch dann ist die Leere irgendwie größer.
So als wäre Karo durchsichtig.

Es tut so weh, wenn das so ist. Es tut weh aus egoistischen Gründen, wie dass ich sie vermisse, dass ich Gespräche haben will die ich gerade nicht haben kann, dass ich mir Dinge wünsche, die nicht da sind.
Es tut aber auch weh, weil ich Karo verdammt noch mal liebe und sie der absolut bewundernswerteste Mensch ist den ich kenne, weil sie wertvoll ist und so viel in meinem Leben bewirkt hat und sie so WICHTIG für mich ist, und weil sie so viel besseres verdient hat. So, so viel besseres.

Und es tut weh, weil ich nichts machen kann.
Und manchmal denke ich, vielleicht könnte ich mehr machen, und ich mache einfach zu wenig. Vielleicht sollte ich lange E-Mails schreiben. Vielleicht sollte ich mehr nachfragen. Vielleicht sollte ich öfter sagen wie wichtig sie mir ist.
Aber ich sage schon oft, dass sie mir wichtig ist, glaub ich, ich glaub ich sag es oft. Ich glaub ich frage oft genug nach, und wenn ich es öfter tue, vielleicht nervt es dann einfach nur, weil sie es ja sagen würde, wenn sie könnte? Weil sie ja weiß, dass ich da bin, wenn sie will. Vielleicht sollte ich E-Mails wirklich öfter schreiben. Vielleicht sollte ich das hier in eine E-Mail schreiben anstatt in einen Blogpost, vielleicht sollte ich nachfragen - aber das tu ich ja auch, und Karo sagt mir dann normalerweise, dass ich nichts tun kann, im Moment.
Und vielleicht sollte ich über all das einfach mit ihr reden, aber ich glaube nicht dass das gerade geht, ich weiß nicht ob das geht, und ich fühle mich zurzeit einfach sehr, sehr hilflos.

Und deshalb tu ich das, was ich bisher gelernt habe, für solche Momente. Ich versuche zu akzeptieren, dass Karos Schmerz nicht mein Schmerz ist. Ich versuche, die Balance zu finden zwischen Hilfe anbieten und vertrauen, dass sie sich die nimmt, wenn sie sie braucht. Ich versuche abzuschalten, wenn Karo nicht auf mich zukommt. Ich kann nicht die ganze Zeit darüber nachdenken wie es ihr gerade geht, weil das nichts ändert. Das einzige was es ändert ist, dass ich mich selbst aufarbeite und sehr unglücklich werde.
Ich muss Vertrauen, dass es reicht wenn ich dann da bin, wenn Karo mir sagt dass sie mich braucht, und dass ich trotzdem genug auf sie zugehe und ihr das Gefühl gebe, dass es mir ganz und gar nicht egal ist, wie es ihr gerade geht.

Mittelmaße finden ist schwierig.

Menschen vermissen und sie leiden sehen und merken wie sie kaum noch da sind und das Gefühl haben, nichts dagegen tun zu können, aber auch zu zweifeln ob man genug tut, das ist auch schwierig.

Eine Struktur in diesen Beitrag zu bringen wäre auch schwierig, aber um ehrlich zu sein versuch ich es nicht mal, weil ich eh viel zu kontrolliert hier bin, hier und überhaupt, und es gar nicht schadet wenn ich mal mehr so schreibe wie mein Gehirn einfach funktioniert, ohne das vorher zu sortieren.

Naja. Karo ist jetzt im Bett, und ich will Schokoeis oder irgendwas anderes leckeres und YouTube.

Tschüss <3

~~~

Einträge, die dazu passen:

Donnerstag, 31. März 2016

Diese eine Sache: Sex.

Ich empfinde unsere Beziehung gerade als sehr angenehm, gut eingespielt, stabil und trotzdem nie langweilig. Es geht mir gut damit, ich habe was ich brauche und will, ich fühle mich wohl.
... bis auf eine einzige Sache. ;) Und das ist Sex.
Es ist nicht, dass der Sex nicht gut wäre. Nein, der ist wundervoll.
Er findet nur so gut wie nicht statt.

Während Borderlinern oft nachgesagt wird, dass sie sexuell sehr aktiv seien, gibt es auch andere Krankheiten, die genau das Gegenteil bewirken. Depression ist eine Krankheit, bei der die meisten Menschen weniger oder gar keine Lust empfinden.
Was vielen Menschen auch nicht bewusst ist: Die meisten Antidepressiva hemmen auch das sexuelle Interesse.
Selbsthass und damit Unsicherheit mit dem eigenen Körper, oder die generelle Angst etwas falsch zu machen, helfen auch nicht gerade dabei, mit jemandem schlafen zu wollen.
Das heißt im Klartext, Karo ist jemand, auf die diese Dinge zutreffen, so dass sie sehr selten Lust auf Sex hat. Wenn man jetzt noch unsere Fernbeziehung mit in den Topf wirft, und die Tatsache, dass wir beide Frauen sind und die doppelte Chance haben, dass uns die Menstruation dazwischen kommt, sind die wenigen Momente, in denen wir beide Sex haben könnten und wollten, selten an den Zeiten, wo wir uns auch für zwei Nächte sehen.
Oh, und dann gibt es natürlich auch noch Mitbewohner oder Familienmitglieder, auf die man auch achten muss.

Momentan habe/hatte ich auch noch eine Pilzinfektion, so dass auch dieser lange Monat in dem wir zusammen wohnen nichts gebracht hat. Wobei Karo im Vorfeld schon gesagt hat, dass ich lieber nicht damit rechnen soll, dass wir Sex haben werden.
Um mal Nägel mit Köpfen zu machen: Im November haben wir das letzte Mal miteinander geschlafen.
Und das ist tatsächlich für mich als junge, sexuell durchaus sehr interessierte Frau, der schwierigste Punkt in unserer Beziehung im Moment.
Ich will Sex, und ich liebe Karo und wünsche mir, das auch körperlich mit ihr teilen zu können, und das kann ich nicht.
(Nur falls das nicht klar sein sollte: Natürlich finde ich es total wichtig, dass wir keinen Sex haben, wenn Karo das nicht will, und finde es richtig und gut, dass immer der zurücksteckt, der will, zugunsten dessen, der nicht will.)

Mir ist in der ganzen Situation wichtig, dass ich mit Karo offen darüber reden kann. Ich weiß, es fällt ihr schwer, wenn sie sieht wie sehr mich das belastet, und ich bin ihr dankbar, dass sie mir trotzdem zuhört und mich tröstet. Ich kann sagen, wenn es mir nicht gut geht damit, und wir besprechen das Thema wirklich offen.
Das nimmt mir sehr viel von der Frustration, die ich habe. Der Schmerz bleibt zwar, den hab ich noch nicht weggekriegt, und werd ich vielleicht auch nicht solang sich nichts an der Situation ändert, aber durch die Gespräche kann ich trotzdem besser damit umgehen.

Ein weiterer Punkt, der mir ganz viel hilft, ist, wenn Karo mir trotzdem sexuelles Interesse zeigt, auch wenn es nicht zu "richtigem" Sex führt. Anfangs fiel mir das schwer. Da hat mich das immer daran erinnert, dass gerade nicht mehr geht, und hat mich dadurch noch mehr belastet. Mittlerweile genieße ich, was ich kriegen kann (wie sich das anhört :D). Zu sehen, dass Karo nicht alles, was mit Sex und Erotik zu tun hat, uninteressant oder blöd findet, und dass sie manchmal Lust auf einen kleinen Teil davon für einen kleinen Moment hat, gibt mir ganz viel Hoffnung und Freude - und fühlt sich halt auch einfach gut an ;)
Das ist vermutlich nicht für jeden möglich, der in so einer Situation steckt, wo einer will und einer nicht, denn manche Partner wollen vielleicht auch das nicht. Denen, bei denen es ähnlich ist, will ich aber sagen: Nehmt das an, wenn ihr könnt. Ich finde, es tut gut.
Oh, und: denkt immer daran, dass man seine eigene Sexualität auch alleine ausleben darf, auch, wenn man in einer Beziehung ist. Dein Körper gehört dir selbst, und du kannst damit machen, was du willst.

Ich weiß nicht wirklich, was ich hier jetzt als Fazit oder Abschluss schreiben soll.
Vielleicht, dass mir aufgefallen ist, dass ich ja echt komplizierte und verschachtelte Sätze schreibe. Hoffentlich kommt man da überhaupt mit.
Ja. Das passt doch. ;)

Donnerstag, 30. Juli 2015

Goldene Sprenkel.

Hallo... Ja, es gibt mich noch.
Ich habe jetzt sehr lange nicht gebloggt.
Das liegt zum Teil daran, dass das Ende vom Semester war, und ich vier Wochen lang nichts anderes gemacht habe, als von morgens bis abends zu lernen, oder: Nicht zu lernen und ein unglaublich schlechtes Gewissen zu haben und zu versuchen, mich wenigstens effektiv zu entspannen, damit ich danach wieder besser lernen kann.
Ja. War ne schöne Zeit.
Damit hängt auch der andere Grund zusammen, warum ich nicht gebloggt habe.
Durch diesen ganzen Stress war es sehr schwierig für mich, mit all dem, was die Beziehung zwischen mir und Karo gerade ist, oder besser gesagt nicht ist, umzugehen. Ich habe es noch so einigermaßen geschafft, für Karo da zu sein, wenn sie mich gerade aktiv gebraucht hat, oder einige schöne Momente zu haben. Aber ich hatte einfach nicht die Kraft, so viel in die Beziehung zu investieren, wenn gerade so wenig zurückkommt. Ich hatte nicht die Kraft, mich mit unserer Beziehung auseinanderzusetzen. Und damit auch nicht, zu bloggen. Nicht, wenn ich mich gleichzeitig so auf das Studium konzentrieren musste.
Deshalb war aus meiner Sicht unsere Beziehung in den letzten Wochen ... ziemlich auf Sparflamme. Weil weder ich noch Karo die Kraft hatten, mehr für die Beziehung zu tun.
Ehrlich gesagt... hat mir das aber ganz schön weh getan. Wenn ich darüber nachgedacht habe. (Was ich eben die meiste Zeit nicht habe, siehe Sparflamme, siehe keine Kraft.)

Es gibt einfach so viel, was ich mir in einer Beziehung wünsche, was bei uns momentan ... nicht da ist. Oder nicht da war, die letzten Wochen. Es wird wieder besser. Ein bisschen.
Und ich weiß, dass das alles die Umstände sind. Dass Karo nicht mehr kann, genauso, wie ich auch nicht gekonnt habe, in meiner Lernzeit.
Aber oft tut es trotzdem einfach weh. Dass wir zurzeit so, so, so wenig Beziehung haben. Dass wir als Fernbeziehung so schlecht funktionieren. Dass wir so wenig Zeit miteinander verbringen, und so wenig reden. Dass sie mir fehlt, so unendlich sehr, und ich manchmal so wütend bin, obwohl ich es verstehe, und dass ich dann wieder so traurig bin, weil ich es verstehe. Und dass ich mir Sorgen mache und mir Dinge wünsche die nicht in Erfüllung gehen. Es tut einfach weh.
Und ich verstehe es, verdammt, ich verstehe es ja. Viel zu gut.
Sonst würde ich mir das doch alles gar nicht antun.
Aber ich entscheide mich ja für die Beziehung, jeden Tag auf's neue, egal wie sehr ich mir mehr wünsche und wie weh es tut, ich entscheide mich immer wieder dafür. Weil ich so viel Potential sehe. Weil ich so viel sehe, was wir hatten und haben, zwischendurch, und was wir sein können. Was wir sind, wenn alles gut läuft, für uns.
Ich habe mir eins geschworen: Ich werde mir nie, nie, nie erlauben, auf Karo jemals wütend zu sein in dem Sinn, dass ich ihr vorwerfe, sie würde meine Zeit vergeuden oder mir schaden, indem ich mit ihr zusammen bin. Ich erlaube mir, wütend zu sein. Ich erlaube mir enttäuscht zu sein. Ich erlaube mir, traurig, verletzt, frustriert, verzweifelt, verängstigt, besorgt, erschöpft zu sein. Das alles sind Emotionen die ich manchmal habe, und die ich mir zugestehe.
Aber ich werde nie, egal was passiert, Karo die Schuld an dem Schmerz geben, den ich fühle. Ich bin die, die sich dafür entscheidet, die Beziehung zu führen, und zu hoffen, dass es besser wird. Ich bin die, die sich entscheidet, von den kleinen goldenen Momenten zu leben, die momentan das Schwarz mustern. Ich bin die, die sich entscheidet, daran zu glauben, dass die goldenen Momente wieder zunehmen und das Schwarz überstrahlen.
Ich bin die, die sich für Karo entscheidet.
Und deshalb, auch wenn Karo der Grund ist warum es mir nicht gut geht oder ich nicht glücklich mit unserer Beziehung bin, habe ich nie das Gefühl, dass sie Schuld daran trägt. Ich sehe auch bei mir keine "Schuld". Weil es nichts gibt, wofür es sich lohnt, sich schuldig zu fühlen. Weil ich es nicht bereue.

Ich wünschte nur, wir würden uns wieder sehen. Je länger wir uns nicht sehen, umso schwieriger wird es immer. Es ist schon viel zu lange her, so lange, dass ich gar nicht nachrechnen will. Es ging einfach nicht, es gab kein einziges Wochenende, wo es geklappt hätte. Wir werden uns bald sehen. Zum Glück. Hoffentlich. Hoffentlich diesmal wirklich.
Ich brauch wieder mehr Gold in meinem Leben.

Montag, 18. Mai 2015

Das Pendel der Gefühle ausloten (Oder: Der Eintrag mit den meisten Labels ever)

Ich will bloggen, aber es fällt mir schwer.
Ich würde gerne mal wieder über ein bestimmtes Thema bloggen, anstatt "nur" so tagebuchartig, aber ich bin grad nicht inspiriert für ein bestimmtes Thema.
Zurzeit hat auch irgendwie alles zwei Seiten. Ein Gedanke, den ich zu einem Thema habe, ist immer auch von einem anderen begleitet. Ich komme gut klar, aber ich leide. Ich habe das Gefühl, dass ich Karo helfen kann, aber ich fühle mich hilflos. Die Situationen wechseln ständig und ich weiß selten, was mich als nächstes erwartet. Wenn ich bloggen möchte, weil ich grade frustriert bin, halte ich mich davon ab, weil ich weiß, dass das das Gesamtbild nicht widerspiegelt, und ich nicht möchte, dass auf meinem Blog dann der Eindruck entsteht, ich wäre zurzeit mit der Beziehung nicht zufrieden. Wenn ich gerade sehr glücklich mit der Beziehung bin, möchte ich darüber auch nicht bloggen, weil ich weiß, dass auch das nicht die volle Wahrheit ist, und es dann so wirkt, als würde ich nicht leiden oder nicht auf mich achten.
Ich weiß nicht. Es ist einfach viel an Gefühl und Gedanken zurzeit, und... manchmal will ich sehr gerne bloggen, und möchte hier auch aktiver sein, aber oft will ich auch einfach nur mein Leben so leben wie es grade ist, ohne hier irgendwie Fazit über irgendwas zu ziehen, wie ich das in den meisten Artikeln irgendwie mache.
Es ist nichts fest zurzeit. Es gibt keine Klarheiten. Aber ich fand es bisher sehr cool, dass ich über Erkenntnisse, Klarheiten, und so was bloggen konnte.

Naja. Dann blogge ich eben hier die Unklarheiten, die mir zurzeit so durch den Kopf gehen. :)

Karo und ich führen gerade eine gute Beziehung, den Umständen entsprechend. Ich fühle einen starken Zusammenhalt. Ich fühle unsere Liebe zueinander, und dass wir uns füreinander bemühen und uns gegenseitig stützen.
In manchen Momenten aber bin ich frustriert, weil es so wenig von einer normalen Beziehung gerade hat, und es vieles gibt, was ich mir wünsche, und momentan nicht habe.

Ich kann zurzeit eine gute Stütze für Karo sein. Ich kann gut von mir aus Dinge tun, von denen ich denke oder weiß, dass sie ihr helfen werden, und ich kann gut "auf Bereitschaft" sein und reagieren, sobald sie mich um etwas bittet.
Ich bin aber auch ständig angespannt, was ich körperlich und emotional merke. Und ich brauche einen starken Ausgleich und andere Dinge in meinem Leben, die mir wichtig sind.

Wenn Karo mir schreibt, dass es ihr schlecht geht, fühle ich mich hilflos und möchte mehr tun können - sie wenigstens in den Arm nehmen, vielleicht. Manchmal sitze ich minutenlang vor dem Handy und starre auf irgendeine Nachricht von ihr, während ich nachdenke. Dann nichts tun zu können, und ihren Schmerz zu spüren, ist belastend.
Vor allem bin ich aber auch so dankbar dafür, dass Karo mir ihren Schmerz zeigt und mich aktiv um Hilfe bittet, und ich dadurch die Gelegenheit habe, ihr nah zu sein und sie vielleicht zumindest ein bisschen zu erleichtern. Damit nimmt sie die Verantwortung von mir, nach Zeichen für unterdrückten Schmerz zu suchen, und ich fühle mich gebraucht.

Ich bin verzweifelt, weil alles immer schlechter wird. Ich frage mich warum, warum es nicht einfach mal besser wird, und was denn passieren muss, damit Karo glücklich werden kann.
Ich habe aber auch, mehr als in manch anderen Phasen und vielleicht mehr als je zuvor, die Hoffnung, dass es irgendwann einfach besser werden wird, und dass Karo glücklich sein kann.

Ich tue unglaublich viel einfach nur für Karo zurzeit, ohne an meine Bedürfnisse zu denken.
Ich tue unglaublich viel für mich, ohne an Stress und Schmerz zu denken.

Vor ungefähr einem Jahr oder etwas länger war ich mal in einer Beratungsstelle, weil ich damals sehr überfordert von allem war. Aus dem Gespräch mit dem Berater ist mir vor allem eine Sache hängen geblieben: Dass meine Situation wie ein Pendel ist, das hin und her schwingt, und es Zeit braucht, um den Mittelweg auszuloten. Dass da ganz viel Feinarbeit nötig ist und viel Gespür dafür, was gerade wichtig ist.
Ich glaube, im Moment hab ich mein Pendel ganz gut im Griff. Es pendelt nach wie vor, ja, aber ich spüre, wo die Mitte ist, und ich fühle mich trotz allem Hin und Her irgendwie okay und sicher in der Situation. Es ist viel, es verwirrt mich manchmal, aber ich fühle mich, als könnte ich im Moment alles ganz gut bewältigen.

Hach. Das war ne gute Entscheidung, doch zu bloggen, obwohl ich keine Ahnung hatte, worüber. Ist was gutes draus geworden, finde ich. :)

Donnerstag, 5. Februar 2015

Tweets.

Mittwoch, 4. Februar 2015

Nichts tun können.

Ich fühle mich gerade nicht so toll.
Meine Karo hatte ihren letzten Tag in der Tagesklinik. Und es geht ihr schlecht, und ich möchte gern für sie da sein.
Aber ich bin so weit weg von ihr und kann nichts tun.

Ich fühle mich gerade so wertlos und hilflos. Ich habe Karo heute einen Text auf ihre Seite gepostet, weil ich ihr was gutes tun wollte. Ich habe ihr eine Mail geschrieben um sie aufzumuntern. Sie war schon dankbar ... aber ... ich weiß nicht :( Sie hat dann ein Foto von ihr und ihrer Katze gepostet, dass sie dankbar über die Kuschelzeit ist. Ich meine, ich liebe ihre Katze und bin so froh dass sie sie hat, weil sie ihr total viel bedeutet und oft hilft ... aber das war für mich trotzdem einfach grad ein Stich ins Herz. ICH will die sein, der sie so dankbar ist. Ich will, dass sie mit mir redet und mir von ihrem Tag und ihren Gefühlen erzählt. Ich will ihr gut tun können. Ich will, dass sie MICH mal als ihren Lebensretter bezeichnet :(
Jaa, ich bin eifersüchtig auf eine Katze ...
Es ist einfach: Egal wie viel ich tue, egal wie sehr ich mich um sie bemühe, es ist so selten genug, solange ich nicht bei ihr bin. Und das tut so unglaublich weh.

Edit: Noch mal das hier gelesen. Geht jetzt wieder besser.

Edit2: Ich bin irgendwie voll unglücklich mit diesem Beitrag. Vielleicht hilft es, wenn ich das hier klarstelle: Ich verstehe schon, dass Karo erstens ihre Liebe für ihre Katze besser zeigen kann (allein schon, dass es öffentlich besser geht), und dass zweitens die einfach grade eine direktere Hilfe ist. Es tut halt weh, dass es so ist, aber ich verstehe es. Und ich weiß ja, dass ich Karo eine Unterstützung und Hilfe bin. Das kann ich mir in solchen Momenten, in denen ich es nicht fühle, in den Sinn rufen.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Ich kann nicht alles richtig machen.


I can hold my breath
I can bite my tongue
I can stay awake for days
If that's what you want
Be your number one
I can fake a smile
I can force a laugh
I can dance and play the part
If that's what you ask
Give you all I am
I can do it
I can do it
I can do it
But I'm only human
And I bleed when I fall down
I'm only human
And I crash and I break down
Your words in my head, knives in my heart
You build me up and then I fall apart
'Cause I'm only human
I can turn it on
Be a good machine
I can hold the weight of worlds
If that's what you need
Be your everything
I can do it
I can do it
I'll get through it
But I'm only human
And I bleed when I fall down
I'm only human
And I crash and I break down
Your words in my head, knives in my heart
You build me up and then I fall apart
'Cause I'm only human
I'm only human
I'm only human
Just a little human
I can take so much
Until I've had enough
'Cause I'm only human
And I bleed when I fall down
I'm only human
And I crash and I break down
Your words in my head, knives in my heart
You build me up and then I fall apart
'Cause I'm only human

Human - Christina Perri
Ich habe mich extrem mit Karo gestritten. Heute ist der erste Tag seit vielen, vielen Monaten, an dem wir uns nicht Gute Nacht schreiben. Heute ist der erste Tag seit über einem halben Jahr, dass die Trennung im Raum steht.
Es ging um nicht viel. Nichts großes eigentlich. Ich war enttäuscht. Ich hab es ihr gezeigt.
Alles hat sich hochgeschaukelt.
Ich hatte einen stressigen Tag hinter mir. Karo ... was bei ihr war, weiß ich nicht. Aber dass sie nicht immer so reagiert wie heute, das weiß ich auch.
Die Borderline-Symptome, von denen ich so oft gelesen habe, und so froh war, dass sie mich nicht so hart erwischen - Manipulation, Drohen mit der Trennung, auf Abstand halten trotz Liebe, ... - die habe ich heute in voller Wucht zu spüren bekommen. Ziemlich überraschend vor allem, nachdem die letzten Tage alles sogar mehr als gut, nämlich wunderschön, war.
Ich weiß, was ich hätte tun können, um das zu verhindern. Ich weiß, wie ich theoretisch mit Karo hätte umgehen sollen. Meine Gefühle zurückhalten. Die Beleidigungen, Verletzungen nicht annehmen. Abwarten, auf eine bessere Zeit. Ihr die Gelegenheit geben, ihre Gefühle auszuleben - aber ihre Befürchtungen nicht bestätigen. Stark sein. Das richtige tun.
Ich habe es aber nicht getan. Es hat mich zu sehr mitgenommen, ich habe mich zu sehr darauf eingelassen, ich war zu überrumpelt - ich konnte es nicht.
Ich habe so reagiert, wie ich es bei jedem Menschen tun würde - aber es bei einem Menschen, der gerade stark in der Borderline-Symptomatik drinsteckt, nicht tun sollte.
In einer normalen Beziehung sind Fehler erlaubt. Auch bei Karo kann ich mir oft Fehler erlauben. Oft verzeiht sie mir Dinge, die ich sage. Oft versteht sie, was ich wirklich gemeint habe.
Heute hat sie das nicht geschafft.
Und ich habe heute nicht geschafft, den nötigen Abstand zum Geschehen aufzubauen, und mit den nötigen Techniken, die teilweise entgegen meinem Gefühl gehen, auf die Sache zu reagieren. Ich habe es heute einfach nicht geschafft.

Das Lied, Human, das sagt alles aus, wie es mir gerade geht.
Ich kann soooo viel. Ich kann kämpfen. Ich kann alles durchstehen. Ich kann tun, was getan werden muss. Ich kann alles für Karo geben.
Aber nicht immer. Manchmal breche ich zusammen. Und wenn ich zusammenbreche, wenn ich falle, dann blute ich, wie jeder andere. Ich mag vielen oft stark erscheinen, aber ich bin nicht unverwundbar.
Heute war alles too much. Heute war ich tief, tief, tief verwundbar.
Das Lied zu hören, lässt mich ununterbrochen heulen, weil es meine Gefühle so sehr spiegelt. 
"Your words in my head, knives in my heart
You build me up and then I fall apart
'Cause I'm only human"
 
Ich frage mich gerade wirklich, ob Christina Perri über einen Borderliner geschrieben hat.

Ich gebe mein bestes. Ich kann nichts dafür, dass das beste nicht immer gut genug ist.
Ich hoffe, hoffe, hoffe so sehr, dass ich durch diesen einen Fehler nicht alles verloren habe.
Denn es wird wieder Fehler geben. Ich bin nur menschlich!

Samstag, 22. November 2014

Ein nicht so schöner Tag.

Eigentlich wollte ich den nächsten Blogpost darüber schreiben, wie stolz ich darauf bin, was Karo schon alles geschafft hat. Und den nächsten danach darüber, wie dankbar ich meinen Freunden für ihre Unterstützung bin.
Heute ist mir aber nach keinem von beiden.
Heute ist einer von diesen Tagen, an denen ich die ganze Zeit das Gefühl habe, dass es Karo richtig schlecht geht. Wenn ich sie danach frage, antwortet sie aber nicht richtig. Ich bin die ganze Zeit unruhig, Karo meldet sich kaum und wenn dann nicht von ihr aus, und ich ... ich hab wenig Zeit, mir dazu Gedanken zu machen, und steigere die Unruhe dadurch nur noch mehr.
Ich vermisse Karo, wenn sie sich so wenig meldet.
Und der Gedanke, dass sie vielleicht die ganze Zeit an Selbstmord denkt, dass ihr vielleicht die ganze Zeit alles zu viel ist, dass sie vielleicht die ganze Zeit sich selbst weh tun möchte ... :(
Diese Tage sind auch mir zu viel. An diesen Tagen will ich mich im Bett verkriechen, nachdenken wenn ich nachdenken will, Videos schauen wenn ich mich ablenken will, und mit Freunden telefonieren wenn ich reden will. Wenn ich an diesen Tagen aber das nicht kann, weil ich, wie an diesem Wochenende, bei meiner Familie bin ... dann ist das noch schwerer.
Wenn ich Karo frage, ob alles okay ist, und sie "Ja..." antwortet, und ich genau weiß, dass nichts okay ist - dann will ich nachfragen. Dann will ich fragen, ob das wieder nur so eine Antwort wie das "Nichts" ist, worüber sie vor kurzem gebloggt hat, und ob sie eigentlich sehr viel zu sagen hat. Aber in vergangenen Situationen wollte Karo dann meistens nichts dazu sagen. Und normalerweise kommt sie ja, wenn sie reden will. Ach, ich bin in solchen Momenten ständig in einem Zwiespalt: Vertraue ich ihr, dass sie kommt wenn sie Hilfe braucht und will, oder ist das hier ein Moment, in dem ich tun soll was sich für mich richtig anfühlt, und ihr aus meiner Initiative heraus eine Hand reichen? Braucht sie gerade einen Anschubser, oder wirklich einfach nur ihre Ruhe? Es ist nie leicht diese beiden Situationen zu unterscheiden, und ich weiß nicht, wie oft ich das falsche mache.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Karo in solchen Momenten oft selbst nicht so genau weiß, was sie eigentlich will.
Ich hoffe, dass es ihr gut geht. Ich hoffe, dass sie Ruhe im Schlaf findet. Ich hoffe, dass sie sich meldet, wenn sie mit mir reden will - egal wie spät es ist. Ich hoffe, sie weiß noch, dass ich für ihre SMS immer erreichbar bin.
Ich hoffe, sie denkt daran wie sehr ich sie liebe, und wie viel sie mir bedeutet, und als was für einen wundervollen Menschen ich sie sehe.
Ich hoffe.