Ich will bloggen, aber es fällt mir schwer.
Ich würde gerne mal wieder über ein bestimmtes Thema bloggen, anstatt "nur" so tagebuchartig, aber ich bin grad nicht inspiriert für ein bestimmtes Thema.
Zurzeit hat auch irgendwie alles zwei Seiten. Ein Gedanke, den ich zu einem Thema habe, ist immer auch von einem anderen begleitet. Ich komme gut klar, aber ich leide. Ich habe das Gefühl, dass ich Karo helfen kann, aber ich fühle mich hilflos. Die Situationen wechseln ständig und ich weiß selten, was mich als nächstes erwartet. Wenn ich bloggen möchte, weil ich grade frustriert bin, halte ich mich davon ab, weil ich weiß, dass das das Gesamtbild nicht widerspiegelt, und ich nicht möchte, dass auf meinem Blog dann der Eindruck entsteht, ich wäre zurzeit mit der Beziehung nicht zufrieden. Wenn ich gerade sehr glücklich mit der Beziehung bin, möchte ich darüber auch nicht bloggen, weil ich weiß, dass auch das nicht die volle Wahrheit ist, und es dann so wirkt, als würde ich nicht leiden oder nicht auf mich achten.
Ich weiß nicht. Es ist einfach viel an Gefühl und Gedanken zurzeit, und... manchmal will ich sehr gerne bloggen, und möchte hier auch aktiver sein, aber oft will ich auch einfach nur mein Leben so leben wie es grade ist, ohne hier irgendwie Fazit über irgendwas zu ziehen, wie ich das in den meisten Artikeln irgendwie mache.
Es ist nichts fest zurzeit. Es gibt keine Klarheiten. Aber ich fand es bisher sehr cool, dass ich über Erkenntnisse, Klarheiten, und so was bloggen konnte.
Naja. Dann blogge ich eben hier die Unklarheiten, die mir zurzeit so durch den Kopf gehen. :)
Karo und ich führen gerade eine gute Beziehung, den Umständen entsprechend. Ich fühle einen starken Zusammenhalt. Ich fühle unsere Liebe zueinander, und dass wir uns füreinander bemühen und uns gegenseitig stützen.
In manchen Momenten aber bin ich frustriert, weil es so wenig von einer normalen Beziehung gerade hat, und es vieles gibt, was ich mir wünsche, und momentan nicht habe.
Ich kann zurzeit eine gute Stütze für Karo sein. Ich kann gut von mir aus Dinge tun, von denen ich denke oder weiß, dass sie ihr helfen werden, und ich kann gut "auf Bereitschaft" sein und reagieren, sobald sie mich um etwas bittet.
Ich bin aber auch ständig angespannt, was ich körperlich und emotional merke. Und ich brauche einen starken Ausgleich und andere Dinge in meinem Leben, die mir wichtig sind.
Wenn Karo mir schreibt, dass es ihr schlecht geht, fühle ich mich hilflos und möchte mehr tun können - sie wenigstens in den Arm nehmen, vielleicht. Manchmal sitze ich minutenlang vor dem Handy und starre auf irgendeine Nachricht von ihr, während ich nachdenke. Dann nichts tun zu können, und ihren Schmerz zu spüren, ist belastend.
Vor allem bin ich aber auch so dankbar dafür, dass Karo mir ihren Schmerz zeigt und mich aktiv um Hilfe bittet, und ich dadurch die Gelegenheit habe, ihr nah zu sein und sie vielleicht zumindest ein bisschen zu erleichtern. Damit nimmt sie die Verantwortung von mir, nach Zeichen für unterdrückten Schmerz zu suchen, und ich fühle mich gebraucht.
Ich bin verzweifelt, weil alles immer schlechter wird. Ich frage mich warum, warum es nicht einfach mal besser wird, und was denn passieren muss, damit Karo glücklich werden kann.
Ich habe aber auch, mehr als in manch anderen Phasen und vielleicht mehr als je zuvor, die Hoffnung, dass es irgendwann einfach besser werden wird, und dass Karo glücklich sein kann.
Ich tue unglaublich viel einfach nur für Karo zurzeit, ohne an meine Bedürfnisse zu denken.
Ich tue unglaublich viel für mich, ohne an Stress und Schmerz zu denken.
Vor ungefähr einem Jahr oder etwas länger war ich mal in einer Beratungsstelle, weil ich damals sehr überfordert von allem war. Aus dem Gespräch mit dem Berater ist mir vor allem eine Sache hängen geblieben: Dass meine Situation wie ein Pendel ist, das hin und her schwingt, und es Zeit braucht, um den Mittelweg auszuloten. Dass da ganz viel Feinarbeit nötig ist und viel Gespür dafür, was gerade wichtig ist.
Ich glaube, im Moment hab ich mein Pendel ganz gut im Griff. Es pendelt nach wie vor, ja, aber ich spüre, wo die Mitte ist, und ich fühle mich trotz allem Hin und Her irgendwie okay und sicher in der Situation. Es ist viel, es verwirrt mich manchmal, aber ich fühle mich, als könnte ich im Moment alles ganz gut bewältigen.
Hach. Das war ne gute Entscheidung, doch zu bloggen, obwohl ich keine Ahnung hatte, worüber. Ist was gutes draus geworden, finde ich. :)
Montag, 18. Mai 2015
Donnerstag, 7. Mai 2015
Viel zustande bringen.
Seit Karo bei mir war, ist zwischen uns als Paar wieder alles total gut. Um so vieles besser als davor manchmal. Wir sind uns, so hab ich das Gefühl, wieder viel näher, reden viel offener und mit mehr Leichtigkeit über alles, telefonieren oft ... das ist alles gut.
Karo war sogar letztes Wochenende auch noch mal hier, wir waren in einem Musical, was auch total schön war.
Aber... Karo geht es total schlecht. So schlecht, dass ich Angst um sie habe.
Zurzeit bin ich permanent angespannt. Ich merke das manchmal, wenn mir auffällt, dass mein Kiefer zusammengepresst ist. Oder, wenn ich innerhalb einer Stunde im Nacken total verspannt werde. Oder wie mir die Zahnpastatube nicht umfällt (was typisch für mich wäre), weil ich alles langsam und kontrolliert mache.
Ich verbringe zurzeit viele Stunden am Tag damit, etwas zu machen, was für Außenstehende "Nichts" wäre. Ich lese. Ich höre Podcasts oder Musik. Vor allem schaue ich sehr, sehr viel YouTube.
Ich verbringe Stunden vorm Laptop (und anderen - zugegeben seltenen - Tagen gar nichts, weil ich nur lese). Und obwohl ich so lange davor sitze, antworte ich nicht auf wichtigste E-Mails. Arbeite ich nicht für die Uni - oder nur so viel und nur dann, wie es nötig ist.
Andere Leute halten das vielleicht für faul. Würden sagen, dass ich nichts zustande bekomme.
Die Wahrheit ist aber, dass ich täglich eine ganze Menge zustande bekomme. Emotional.
Würde ich nicht täglich so viel entspannen, wie ich zurzeit tue ... dann könnte ich einfach nicht mehr. Ich kümmere mich um Karo, um die Uni, und um mich. Ohne Reihenfolge. Naja, doch, die Uni kommt vielleicht doch noch hinten ran.
Und deshalb höre ich jetzt auch auf zu bloggen, und tu noch ein bisschen was für mich, bevor ich zur Uni fahre und dort Leistung bringe.
Um Kraft zu haben für den Tag.
Karo war sogar letztes Wochenende auch noch mal hier, wir waren in einem Musical, was auch total schön war.
Aber... Karo geht es total schlecht. So schlecht, dass ich Angst um sie habe.
Zurzeit bin ich permanent angespannt. Ich merke das manchmal, wenn mir auffällt, dass mein Kiefer zusammengepresst ist. Oder, wenn ich innerhalb einer Stunde im Nacken total verspannt werde. Oder wie mir die Zahnpastatube nicht umfällt (was typisch für mich wäre), weil ich alles langsam und kontrolliert mache.
Ich verbringe zurzeit viele Stunden am Tag damit, etwas zu machen, was für Außenstehende "Nichts" wäre. Ich lese. Ich höre Podcasts oder Musik. Vor allem schaue ich sehr, sehr viel YouTube.
Ich verbringe Stunden vorm Laptop (und anderen - zugegeben seltenen - Tagen gar nichts, weil ich nur lese). Und obwohl ich so lange davor sitze, antworte ich nicht auf wichtigste E-Mails. Arbeite ich nicht für die Uni - oder nur so viel und nur dann, wie es nötig ist.
Andere Leute halten das vielleicht für faul. Würden sagen, dass ich nichts zustande bekomme.
Die Wahrheit ist aber, dass ich täglich eine ganze Menge zustande bekomme. Emotional.
Würde ich nicht täglich so viel entspannen, wie ich zurzeit tue ... dann könnte ich einfach nicht mehr. Ich kümmere mich um Karo, um die Uni, und um mich. Ohne Reihenfolge. Naja, doch, die Uni kommt vielleicht doch noch hinten ran.
Und deshalb höre ich jetzt auch auf zu bloggen, und tu noch ein bisschen was für mich, bevor ich zur Uni fahre und dort Leistung bringe.
Um Kraft zu haben für den Tag.
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Mittwoch, 22. April 2015
Siebenhundertdreißig Tage.
Letzten Freitag hatte ich meinen Jahrestag mit Karo, meinen zweiten. Zwei Jahre sind wir jetzt schon zusammen - meine erste Beziehung, von der ich eben deswegen nicht gedacht hätte, dass sie so lange hält. Und trotz aller Schwierigkeiten hat sie gehalten, und wir sind an vielen Punkten weitergegangen, wo andere wahrscheinlich schon aufgegeben hätten.
In vielen Momenten gibt mir nur der Gedanke Mut, dass es besser wird, und es ein Licht dort vorne gibt. Die Vorstellung, dass ich zusammen mit Karo in zehn Jahren auf diese Zeit zurück schaue und sage: "Schau, das waren unsere ersten Jahre, und schau wie schwer sie waren. Jetzt sind wir hier."
Doch ganz ehrlich: Wenn es nur das wäre, nur die Hoffnung, die mich an diese Beziehung glauben lässt, dann wäre ich mit Karo nicht mehr zusammen. Es braucht noch andere Dinge, die mich auch für den Moment glücklich machen und mir das geben, was ich brauche. Kleine Dinge, im Alltag.
Oder große Dinge. Zum Beispiel ein so tolles Wochenende wie das letzte, an dem wir unseren Jahrestag gefeiert haben.
Es hat unendlich gut getan, Karo wieder zu sehen, Zeit mit ihr zu verbringen, und vor allem: So viel zu reden. Wir haben stundenlang einfach nur geredet. Über alles. Über Dinge die nahe liegen und wir sowieso angesprochen hätten, über belanglose Nebensächlichkeiten, oder über tiefe Themen, die echt ans eingemachte gehen. Wir haben die komplette Zeit, die wir zusammen verbracht haben, eigentlich nichts anderes gemacht, als zu reden.
Und das hat soooo gut getan.
Als Karo mich vor fast zweieinhalb Jahren angeschrieben hab, war sie aus einem Grund sofort für mich sympathisch: Sie hat geschrieben, dass sie nicht wirklich weiß, was sie schreiben soll. Oder so.
Alle anderen Mädchen, mit denen ich davor geschrieben habe (na gut, so viele waren es auch nicht ;) ), waren ... anders. Ich habe mich dort gefühlt, als müsste ich mich verstellen. Ich HABE mich verstellt. Habe versucht, selbstsicher zu wirken, so als wüsste ich wie man flirtet, so als könnte ich Smalltalk, so als wüsste ich, wie man ein oberflächliches Gespräch führt.
Bei Karos Nachricht hingegen war ich total erleichtert, weil sie mir dadurch den Einstieg in ein völlig offenes, ungezwungenes Gespräch ermöglicht hat. Ich hab sofort gespürt, dass wir offen sein können, und dass wir auf einer Wellenlänge sind.
Nach ganz wenigen Nachrichten waren wir dann schon bei ernsten Themen angelangt. Wir haben uns RICHTIG unterhalten, und einfach gesagt was wir denken. Diese Offenheit, und Verbundenheit, das war wohl einer der Hauptgründe, warum ich mich in Karo verliebt habe.
Jedes Mal, wenn wir uns ausführlich schreiben, oder vor allem wenn wir persönlich miteinander reden, sind wir sofort wieder da. Bei alltäglichen Gesprächen ist das manchmal etwas schwieriger, auch wenn ich immer versuche genauso offen und nach meinen Gedanken zu reden, wie es mir eben gut tut. Jedenfalls: Nach zwei Monaten, in denen wir uns nicht gesehen haben, und die zeitweise soooo unendlich schwer waren, in denen ich Gespräche und Offenheit vermisst habe, so sehr dass ich manchmal nicht wusste ob ich das noch kann ... nach diesen zwei Monaten war es eine unglaubliche Wohltat, das alles total aufzuholen, und noch viel mehr, als nur "nötig" gewesen wäre. Diese Gespräche werden lange in meinen Erinnerungen bleiben.
Und Karo war so liebevoll zu mir. Dass wir total offen als Paar durch die Stadt gehen, ging vor einem Jahr noch überhaupt nicht, und heute ist es selbstverständlich. Das macht mich total glücklich. Und ob wir unterwegs oder in der Wohnung waren, Karo war einfach total lieb und hat mich immer wieder an sich gezogen oder auf den Kopf geküsst. Ich liebe das *____*
Und in eineinhalb Wochen sehen wir uns schon wieder. Deshalb bin ich wahrscheinlich jetzt auch ganz entspannt, obwohl es in der letzten Zeit zwischen den Treffen so schlimm war - aber jetzt sind es ja nur zwei Wochen, da kann es gar nicht so schlimm werden.
Im Moment jedenfalls ist noch alles sehr gut. :)
Ich habe bis heute siebenhundertfünfunddreißig Tage an der Seite einer Frau verbracht. Ich habe Schmerz erfahren, wie ich ihn davor nicht gekannt habe, aber auch Glück, das ich mir bis dahin gar nicht vorstellen konnte. Ich habe mehr über mich und das Leben gelernt, als ich wusste, dass ich lernen muss. Ich habe definitiv gelernt, was wahre Liebe ist.
Ich hoffe, dass ich in weiteren siebenhundertfünfunddreißig Tagen immer noch an der Seite dieser Frau bin, und dass wir mit weniger Schwierigkeiten kämpfen werden als zurzeit, und glücklich sind.
Ich liebe dich, Karo. :**
In vielen Momenten gibt mir nur der Gedanke Mut, dass es besser wird, und es ein Licht dort vorne gibt. Die Vorstellung, dass ich zusammen mit Karo in zehn Jahren auf diese Zeit zurück schaue und sage: "Schau, das waren unsere ersten Jahre, und schau wie schwer sie waren. Jetzt sind wir hier."
Doch ganz ehrlich: Wenn es nur das wäre, nur die Hoffnung, die mich an diese Beziehung glauben lässt, dann wäre ich mit Karo nicht mehr zusammen. Es braucht noch andere Dinge, die mich auch für den Moment glücklich machen und mir das geben, was ich brauche. Kleine Dinge, im Alltag.
Oder große Dinge. Zum Beispiel ein so tolles Wochenende wie das letzte, an dem wir unseren Jahrestag gefeiert haben.
Es hat unendlich gut getan, Karo wieder zu sehen, Zeit mit ihr zu verbringen, und vor allem: So viel zu reden. Wir haben stundenlang einfach nur geredet. Über alles. Über Dinge die nahe liegen und wir sowieso angesprochen hätten, über belanglose Nebensächlichkeiten, oder über tiefe Themen, die echt ans eingemachte gehen. Wir haben die komplette Zeit, die wir zusammen verbracht haben, eigentlich nichts anderes gemacht, als zu reden.
Und das hat soooo gut getan.
Als Karo mich vor fast zweieinhalb Jahren angeschrieben hab, war sie aus einem Grund sofort für mich sympathisch: Sie hat geschrieben, dass sie nicht wirklich weiß, was sie schreiben soll. Oder so.
Alle anderen Mädchen, mit denen ich davor geschrieben habe (na gut, so viele waren es auch nicht ;) ), waren ... anders. Ich habe mich dort gefühlt, als müsste ich mich verstellen. Ich HABE mich verstellt. Habe versucht, selbstsicher zu wirken, so als wüsste ich wie man flirtet, so als könnte ich Smalltalk, so als wüsste ich, wie man ein oberflächliches Gespräch führt.
Bei Karos Nachricht hingegen war ich total erleichtert, weil sie mir dadurch den Einstieg in ein völlig offenes, ungezwungenes Gespräch ermöglicht hat. Ich hab sofort gespürt, dass wir offen sein können, und dass wir auf einer Wellenlänge sind.
Nach ganz wenigen Nachrichten waren wir dann schon bei ernsten Themen angelangt. Wir haben uns RICHTIG unterhalten, und einfach gesagt was wir denken. Diese Offenheit, und Verbundenheit, das war wohl einer der Hauptgründe, warum ich mich in Karo verliebt habe.
Jedes Mal, wenn wir uns ausführlich schreiben, oder vor allem wenn wir persönlich miteinander reden, sind wir sofort wieder da. Bei alltäglichen Gesprächen ist das manchmal etwas schwieriger, auch wenn ich immer versuche genauso offen und nach meinen Gedanken zu reden, wie es mir eben gut tut. Jedenfalls: Nach zwei Monaten, in denen wir uns nicht gesehen haben, und die zeitweise soooo unendlich schwer waren, in denen ich Gespräche und Offenheit vermisst habe, so sehr dass ich manchmal nicht wusste ob ich das noch kann ... nach diesen zwei Monaten war es eine unglaubliche Wohltat, das alles total aufzuholen, und noch viel mehr, als nur "nötig" gewesen wäre. Diese Gespräche werden lange in meinen Erinnerungen bleiben.
Und Karo war so liebevoll zu mir. Dass wir total offen als Paar durch die Stadt gehen, ging vor einem Jahr noch überhaupt nicht, und heute ist es selbstverständlich. Das macht mich total glücklich. Und ob wir unterwegs oder in der Wohnung waren, Karo war einfach total lieb und hat mich immer wieder an sich gezogen oder auf den Kopf geküsst. Ich liebe das *____*
Und in eineinhalb Wochen sehen wir uns schon wieder. Deshalb bin ich wahrscheinlich jetzt auch ganz entspannt, obwohl es in der letzten Zeit zwischen den Treffen so schlimm war - aber jetzt sind es ja nur zwei Wochen, da kann es gar nicht so schlimm werden.
Im Moment jedenfalls ist noch alles sehr gut. :)
Ich habe bis heute siebenhundertfünfunddreißig Tage an der Seite einer Frau verbracht. Ich habe Schmerz erfahren, wie ich ihn davor nicht gekannt habe, aber auch Glück, das ich mir bis dahin gar nicht vorstellen konnte. Ich habe mehr über mich und das Leben gelernt, als ich wusste, dass ich lernen muss. Ich habe definitiv gelernt, was wahre Liebe ist.
Ich hoffe, dass ich in weiteren siebenhundertfünfunddreißig Tagen immer noch an der Seite dieser Frau bin, und dass wir mit weniger Schwierigkeiten kämpfen werden als zurzeit, und glücklich sind.
Ich liebe dich, Karo. :**
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Dienstag, 31. März 2015
Zähne zusammenbeißen, weitermachen.
Zurzeit ist es für mich wieder eher schwierig. Ich muss viel aushalten, was ich eigentlich gar nicht will. Ich wünsche mir viel von Karo, was sie nicht erfüllen kann. Das frustriert mich, belastet mich und versetzt mich in eine schlechte Stimmung - wodurch ich wieder neue negative Gedanken habe, und Situationen auch schlechter interpretiere. Irgendwie ein Teufelskreis. Ich bemühe mich, das immer wieder zu unterbrechen, und versuche auch eine lockere, entspannte und zufriedenere Einstellung zu haben, aber das ist nicht immer leicht.
Vor ein paar Tagen war ich sehr verzweifelt, weil ich mich so vernachlässigt von Karo gefühlt habe, und dann haben wir uns ziemlich heftig gestritten. Ziemlich heftig. Ich habe plötzlich an allem gezweifelt, und hatte das Gefühl, dass ich einfach nicht mehr kann, mit so wenig Paarzeit und Bestätigung.
Zwei entscheidende Momente in diesem Streit haben für mich die Dinge wieder etwas gerade gerückt. Nicht kerzengerade und auch noch frisch gestrichen, aber immerhin wieder etwas stabiler im Wind stehend. Nicht kurz vorm Umfallen. Details sind für den Blog hier nicht so wichtig, aber: Karo hat mich mit einer Aussage überrascht, die mir gezeigt hat, dass ich ihr doch viel wichtiger bin, als ich befürchtet habe. Und, zweitens, hat sie mir mit einer anderen Aussage den Mut gegeben, dass es besser werden wird.
Beim letzten heftigen Streit war das andersrum. Karo hat mich daran erinnert, dass ich versprochen hatte, immer um sie zu kämpfen. Jetzt hat sie mir versprochen, auch um mich zu kämpfen. Ich habe gesagt: Dann kann immer wenigstens eine von uns um die andere kämpfen.
Heute hat Karo über Depressionen gebloggt. Sie hat geschrieben: "Ich hatte schon mehrere Depressionsphasen, wobei ich mich gerade wieder in einer befinde." Irgendwie hat mir dieser Satz sehr gut getan. So klar zu hören "ich habe gerade eine depressive Phase", macht es für mich leichter. Ich kann Karos Verhalten besser einordnen, und weiß auch, dass ich so was mit Karo schon mal überstanden habe. Ja, ich hätte mir das auch selbst zusammenreimen können, und im Grunde wusste ich das ja auch. Aber es in diesen Worten und vor allem von Karo selbst zu hören, macht doch irgendwie einen Unterschied.
Morgen fängt Karos neue Arbeit an, in der Werkstatt für Behinderte. Ich finde das immer noch total unpassend, ein kleines bisschen beängstigend und sehr ärgerlich, dass Karo nichts passenderes für sie machen darf.
Ich bin nervös deswegen. Ich wünsche mir so sehr, dass es, obwohl es unpassend ist, einigermaßen okay wird. Dass Karo nette Leute trifft, dass die Betreuer (oder wie auch immer) okay sind, und dass Karo irgendwie die Zeit auch für sich nutzen kann, ohne sie nur erdulden zu müssen.
Ich wünsche mir das einerseits für Karo, selbstverständlich, aber ein bisschen auch für mich selbst, weil wenn es Karo besser geht ... dann können wir vielleicht auch unsere Beziehung wieder etwas besser pflegen.
Ich bin auch nervös, weil ich nicht wirklich weiß, wie viel mir Karo davon erzählen kann, morgen, und ich dann so viel wissen möchte. Ich hoffe dass ich es schaffe, sie nicht zu sehr unter Druck zu setzen und einigermaßen entspannt zu bleiben, für mich selbst.
Blog-Off-Topic habe ich mich endlich mal um mein zweites Praktikum gekümmert (auch wenn es noch nicht fest ist), feiere mit meinen liebsten Freunden (außer einer, leider) in meinen Geburtstag am Freitag rein und war vorgestern mit meiner Mama in einem tollen Musical.
Und wieder etwas On-Topic freue ich mich sehr darauf, dass es nur noch zweieinhalb Wochen bis zum zweiten Jahrestag von Karo und mir sind, und dass wir uns dann auch eeeendlich wieder sehen. Das wird uns beiden total gut tun.
So. Das war's. :)
Vor ein paar Tagen war ich sehr verzweifelt, weil ich mich so vernachlässigt von Karo gefühlt habe, und dann haben wir uns ziemlich heftig gestritten. Ziemlich heftig. Ich habe plötzlich an allem gezweifelt, und hatte das Gefühl, dass ich einfach nicht mehr kann, mit so wenig Paarzeit und Bestätigung.
Zwei entscheidende Momente in diesem Streit haben für mich die Dinge wieder etwas gerade gerückt. Nicht kerzengerade und auch noch frisch gestrichen, aber immerhin wieder etwas stabiler im Wind stehend. Nicht kurz vorm Umfallen. Details sind für den Blog hier nicht so wichtig, aber: Karo hat mich mit einer Aussage überrascht, die mir gezeigt hat, dass ich ihr doch viel wichtiger bin, als ich befürchtet habe. Und, zweitens, hat sie mir mit einer anderen Aussage den Mut gegeben, dass es besser werden wird.
Beim letzten heftigen Streit war das andersrum. Karo hat mich daran erinnert, dass ich versprochen hatte, immer um sie zu kämpfen. Jetzt hat sie mir versprochen, auch um mich zu kämpfen. Ich habe gesagt: Dann kann immer wenigstens eine von uns um die andere kämpfen.
Heute hat Karo über Depressionen gebloggt. Sie hat geschrieben: "Ich hatte schon mehrere Depressionsphasen, wobei ich mich gerade wieder in einer befinde." Irgendwie hat mir dieser Satz sehr gut getan. So klar zu hören "ich habe gerade eine depressive Phase", macht es für mich leichter. Ich kann Karos Verhalten besser einordnen, und weiß auch, dass ich so was mit Karo schon mal überstanden habe. Ja, ich hätte mir das auch selbst zusammenreimen können, und im Grunde wusste ich das ja auch. Aber es in diesen Worten und vor allem von Karo selbst zu hören, macht doch irgendwie einen Unterschied.
Morgen fängt Karos neue Arbeit an, in der Werkstatt für Behinderte. Ich finde das immer noch total unpassend, ein kleines bisschen beängstigend und sehr ärgerlich, dass Karo nichts passenderes für sie machen darf.
Ich bin nervös deswegen. Ich wünsche mir so sehr, dass es, obwohl es unpassend ist, einigermaßen okay wird. Dass Karo nette Leute trifft, dass die Betreuer (oder wie auch immer) okay sind, und dass Karo irgendwie die Zeit auch für sich nutzen kann, ohne sie nur erdulden zu müssen.
Ich wünsche mir das einerseits für Karo, selbstverständlich, aber ein bisschen auch für mich selbst, weil wenn es Karo besser geht ... dann können wir vielleicht auch unsere Beziehung wieder etwas besser pflegen.
Ich bin auch nervös, weil ich nicht wirklich weiß, wie viel mir Karo davon erzählen kann, morgen, und ich dann so viel wissen möchte. Ich hoffe dass ich es schaffe, sie nicht zu sehr unter Druck zu setzen und einigermaßen entspannt zu bleiben, für mich selbst.
Blog-Off-Topic habe ich mich endlich mal um mein zweites Praktikum gekümmert (auch wenn es noch nicht fest ist), feiere mit meinen liebsten Freunden (außer einer, leider) in meinen Geburtstag am Freitag rein und war vorgestern mit meiner Mama in einem tollen Musical.
Und wieder etwas On-Topic freue ich mich sehr darauf, dass es nur noch zweieinhalb Wochen bis zum zweiten Jahrestag von Karo und mir sind, und dass wir uns dann auch eeeendlich wieder sehen. Das wird uns beiden total gut tun.
So. Das war's. :)
Montag, 23. März 2015
Borderline-Beziehungen und das, was man dazu findet.
Wenn ich vor ein paar Monaten irgendetwas über Borderline und Beziehungen gelesen oder gehört wurde, dann hätte ich mich am liebsten einfach umgedreht und wäre gegangen. Und mich dann zu einer Kugel gerollt und geweint.
Da stehen dann Dinge wie, dass Borderliner nur manipulieren, lügen und betrügen. Dass man ihnen nie vertrauen kann. Wie man mit ihnen reden muss, damit sie "richtig" reagieren. Und, natürlich: Wie man mit der Trennung klarkommt.
Erfolgsgeschichten? Ich kenne keine. Ich kann mich an keine einzige Informationsquelle erinnern, wo über eine erfolgreiche Borderliner-Beziehung berichtet wird. Und auch an keine, wo steht, wie man eine Beziehung erfolgreich führen kann. Ich weiß viel darüber, wie ich mit der Trennung klarkommen kann. Aber wie kann ich mit der Beziehung klarkommen?
Dann, vor einigen Wochen, habe ich es doch einmal gewagt, und mich bei einer Facebook-Gruppe für Borderliner-Angehörige angemeldet. Ich hatte wirklich richtig Angst davor. Und es war auch schwierig. Da standen wieder nur die gleichen Geschichten. Der Partner ist mal wieder für einige Wochen abgehauen und reagiert auf rein gar nichts, hat einen überall geblockt. Der Partner hat einen beschimpft. Der Partner hat einen mit jemand anderem betrogen. Der Partner hat monatelang gelogen als er gesagt hat, er hätte eine Arbeit. Und so weiter, und so fort.
Was macht das mit mir? Ich habe so was gelesen, und denke sofort: Oh Gott, wird mir das auch alles passieren? Ist es wirklich so schlimm? Darf ich Karo in nichts vertrauen, lügt sie mich permanent an? Wird sie sich eines Tages aus meinem Leben ziehen, ohne Erklärung und Kontaktmöglichkeit? Darf ich auf nichts hoffen und nicht vertrauen?
Aus genau diesen Gründen konnte ich nie mit Borderline-Themen im Internet umgehen, und an manchen Tagen fällt es mir immer noch schwer.
Aber trotz allem war es natürlich wie immer gut, sich mal wirklich damit auseinanderzusetzen. Denn ich habe dann einfach gemerkt: So schwer es manchmal für mich ist, Karo und ich haben es gar nicht sooo schlimm. Karo würde mich nie betrügen. Karo beschimpft mich nicht, sondern zieht sich lieber zurück, um mich nicht zu verletzen. Karo sagt und zeigt mir (insbesondere in letzter Zeit *__*) sehr deutlich, dass sie mich immer liebt. Sie beichtet mir sogar Dinge, von denen sie weiß dass ich sie wissen möchte, die sie mir aber nicht gleich gesagt hat - ohne, dass ich es ansonsten herausfinden könnte. Was für mich ein totaler Vertrauensbeweis ist. Kurz gesagt: Karo hat Borderline, aber die Schauergeschichten über Borderline-Partner treffen auf uns einfach nicht zu. In Ansätzen vielleicht, ja. Aber nicht in diesem Ausmaß.
Das letzte Mal bei Karo haben wir auch darüber geredet, und wie wir beide denken, dass sie eine eher schwache Form von Borderline hat. Das hat mir sehr gut getan zu sehen, dass auch Karo das so sieht wie ich. Das bestätigt mich darin, dass das auch wirklich stimmt.
Und das ist auch ein Punkt, warum eine Diagnose nicht immer nur gut ist. Ich habe darüber schon mal geschrieben, dass mir die Diagnose Borderline Angst gemacht hat. Man erwartet, dass alles aus der Diagnose zutrifft, und dass Menschen mit der gleichen Diagnose auch gleich oder sehr ähnlich sind. Aber auch in meinem Psychologie-Studium habe ich schon gelernt: Diagnosen sind immer nur ein Spektrum. Jemand beurteilt einen Menschen und versucht ihn zu kategorisieren, aber das bedeutet nicht, dass alle Menschen in der Kategorie gleich sind, sondern dass sie sich in manchen Punkten ähnlich sind, und bei manchen ist das Merkmal der Kategorie stärker ausgeprägt, bei anderen schwächer. Das ist wichtig. Und das ist manchmal schwierig zu sehen, wenn es eine Diagnose gibt.
Was mir aber vor allem wichtig ist, mit diesem Post: Es ist total schade, dass es keine Erfolgsgeschichten zu Borderline-Beziehungen gibt (oder zumindest keine, die ich finde), und auch keine positiven und optimistischen Berichte dazu. Es muss auch Borderline-Beziehungen geben, die gut klappen und wo beide Partner glücklich miteinander sind: Ich führe ja auch so eine. Vielleicht sind sie in der Minderheit, aber es würde doch bestimmt vielen helfen, wenn es dazu Informationen gäbe.
Mir würde das auf jeden Fall helfen.
Ich hoffe, ich kann mit meinem Blog auch ein bisschen dazu beitragen, dass sich das ändert. Ich will eine der Quellen sein, wo man sehen kann, dass in einer Borderline-Beziehung nicht alles schlimm und schlecht ist und sowieso nur ein Durchhalten bis zur Trennung. Ich will zeigen, was ich hoffe und glaube: Dass Karo und ich als Paar glücklich sein werden. Dass es ihr besser gehen wird, und ich gut mit der Zeit klarkomme in der das nicht so ist, und trotzdem so viel positives an unserer Beziehung sehe.
Ich glaube, dass Karo und ich auch weiterhin eine gute Beziehung führen. Mit allen Höhen und Tiefen.
Ich werde jedenfalls weiter davon berichten, und wer weiß, vielleicht hilft es eines Tages sogar irgendjemandem.
Da stehen dann Dinge wie, dass Borderliner nur manipulieren, lügen und betrügen. Dass man ihnen nie vertrauen kann. Wie man mit ihnen reden muss, damit sie "richtig" reagieren. Und, natürlich: Wie man mit der Trennung klarkommt.
Erfolgsgeschichten? Ich kenne keine. Ich kann mich an keine einzige Informationsquelle erinnern, wo über eine erfolgreiche Borderliner-Beziehung berichtet wird. Und auch an keine, wo steht, wie man eine Beziehung erfolgreich führen kann. Ich weiß viel darüber, wie ich mit der Trennung klarkommen kann. Aber wie kann ich mit der Beziehung klarkommen?
Update: Ich habe mittlerweile selbst so einen Blogpost geschrieben: Anleitung zum Glücklichsein (in einer Borderlinerbeziehung)
Dann, vor einigen Wochen, habe ich es doch einmal gewagt, und mich bei einer Facebook-Gruppe für Borderliner-Angehörige angemeldet. Ich hatte wirklich richtig Angst davor. Und es war auch schwierig. Da standen wieder nur die gleichen Geschichten. Der Partner ist mal wieder für einige Wochen abgehauen und reagiert auf rein gar nichts, hat einen überall geblockt. Der Partner hat einen beschimpft. Der Partner hat einen mit jemand anderem betrogen. Der Partner hat monatelang gelogen als er gesagt hat, er hätte eine Arbeit. Und so weiter, und so fort.
Was macht das mit mir? Ich habe so was gelesen, und denke sofort: Oh Gott, wird mir das auch alles passieren? Ist es wirklich so schlimm? Darf ich Karo in nichts vertrauen, lügt sie mich permanent an? Wird sie sich eines Tages aus meinem Leben ziehen, ohne Erklärung und Kontaktmöglichkeit? Darf ich auf nichts hoffen und nicht vertrauen?
Aus genau diesen Gründen konnte ich nie mit Borderline-Themen im Internet umgehen, und an manchen Tagen fällt es mir immer noch schwer.
Aber trotz allem war es natürlich wie immer gut, sich mal wirklich damit auseinanderzusetzen. Denn ich habe dann einfach gemerkt: So schwer es manchmal für mich ist, Karo und ich haben es gar nicht sooo schlimm. Karo würde mich nie betrügen. Karo beschimpft mich nicht, sondern zieht sich lieber zurück, um mich nicht zu verletzen. Karo sagt und zeigt mir (insbesondere in letzter Zeit *__*) sehr deutlich, dass sie mich immer liebt. Sie beichtet mir sogar Dinge, von denen sie weiß dass ich sie wissen möchte, die sie mir aber nicht gleich gesagt hat - ohne, dass ich es ansonsten herausfinden könnte. Was für mich ein totaler Vertrauensbeweis ist. Kurz gesagt: Karo hat Borderline, aber die Schauergeschichten über Borderline-Partner treffen auf uns einfach nicht zu. In Ansätzen vielleicht, ja. Aber nicht in diesem Ausmaß.
Das letzte Mal bei Karo haben wir auch darüber geredet, und wie wir beide denken, dass sie eine eher schwache Form von Borderline hat. Das hat mir sehr gut getan zu sehen, dass auch Karo das so sieht wie ich. Das bestätigt mich darin, dass das auch wirklich stimmt.
Und das ist auch ein Punkt, warum eine Diagnose nicht immer nur gut ist. Ich habe darüber schon mal geschrieben, dass mir die Diagnose Borderline Angst gemacht hat. Man erwartet, dass alles aus der Diagnose zutrifft, und dass Menschen mit der gleichen Diagnose auch gleich oder sehr ähnlich sind. Aber auch in meinem Psychologie-Studium habe ich schon gelernt: Diagnosen sind immer nur ein Spektrum. Jemand beurteilt einen Menschen und versucht ihn zu kategorisieren, aber das bedeutet nicht, dass alle Menschen in der Kategorie gleich sind, sondern dass sie sich in manchen Punkten ähnlich sind, und bei manchen ist das Merkmal der Kategorie stärker ausgeprägt, bei anderen schwächer. Das ist wichtig. Und das ist manchmal schwierig zu sehen, wenn es eine Diagnose gibt.
Was mir aber vor allem wichtig ist, mit diesem Post: Es ist total schade, dass es keine Erfolgsgeschichten zu Borderline-Beziehungen gibt (oder zumindest keine, die ich finde), und auch keine positiven und optimistischen Berichte dazu. Es muss auch Borderline-Beziehungen geben, die gut klappen und wo beide Partner glücklich miteinander sind: Ich führe ja auch so eine. Vielleicht sind sie in der Minderheit, aber es würde doch bestimmt vielen helfen, wenn es dazu Informationen gäbe.
Mir würde das auf jeden Fall helfen.
Ich hoffe, ich kann mit meinem Blog auch ein bisschen dazu beitragen, dass sich das ändert. Ich will eine der Quellen sein, wo man sehen kann, dass in einer Borderline-Beziehung nicht alles schlimm und schlecht ist und sowieso nur ein Durchhalten bis zur Trennung. Ich will zeigen, was ich hoffe und glaube: Dass Karo und ich als Paar glücklich sein werden. Dass es ihr besser gehen wird, und ich gut mit der Zeit klarkomme in der das nicht so ist, und trotzdem so viel positives an unserer Beziehung sehe.
Ich glaube, dass Karo und ich auch weiterhin eine gute Beziehung führen. Mit allen Höhen und Tiefen.
Ich werde jedenfalls weiter davon berichten, und wer weiß, vielleicht hilft es eines Tages sogar irgendjemandem.
Dienstag, 17. März 2015
Sorgen, Gleichungen und Kaugummi
Mir geht es gut.
Karo geht es schlecht, aber mir geht es gut.
Das ist irgendwie ein ziemlich neues Gefühl für mich. Aber in den letzten Tagen, der letzten Woche ... ist das irgendwie so.
Bisher war ich meistens innerlich sehr, sehr unruhig, wenn es Karo schlecht ging. Oder wenn ich nicht viel von ihr mitbekam, und es ihr vielleicht schlecht ging. Ich konnte mich wenig auf das konzentrieren, was ich gerade mache. Wenn ich etwas schönes gemacht habe, dann war ich innerlich sehr angespannt, weil ich an Karo dachte, und dass es ihr vielleicht schlecht geht. Ich wollte bereit sein, mit ihr zu reden. Ich habe über ihre Gedanken und Gefühle nachgedacht. Ich habe auf Nachrichten gewartet und überlegt, wie ich Fragen formulieren kann, ob ich fragen sollte. Ich habe darum gekämpft, ihr ihre Ruhe zu lassen, und nicht nachzufragen. Ich war in solchen Situationen immer sehr, sehr unruhig, innerlich.
Das ist die letzten Tage nicht mehr so. Ich weiß, dass es Karo nicht gut geht. Aber mir geht es gut. Und ich bin ruhig dabei.
Ich glaube, was passiert ist, ist mehr Akzeptanz. Ich akzeptiere die Situation so, wie sie ist. Karo geht es nicht gut, aber deshalb muss ich nicht unbedingt etwas machen (und angespannt sein, wenn ich gerade nichts machen kann). Wenn Karo ihre Ruhe braucht, schreiben wir eben etwas weniger. Ich werde dadurch nichts wichtiges verpassen, und wenn, dann wird sie es mir sagen. Aber ich brauch nicht ständig in Habachtstellung sein, nur weil es Karo (vielleicht) schlecht geht. Ich darf und vor allem kann trotzdem mein Leben genießen.
Das heißt nicht, dass mir Karos Gefühle egal sind. Oder dass ich mich weniger für ihr Leben interessiere. Sondern es heißt, dass ich loslasse, was ich nicht ändern kann. Wo ich mich nicht kümmern kann, gerade.
Ich mach mir keine Sorgen, wenn es gar nicht nötig ist. Und deshalb geht es mir viel, viel besser, und ich bin so richtig gut drauf.
Karo geht es schlecht, aber mir geht es gut.
Das ist irgendwie ein ziemlich neues Gefühl für mich. Aber in den letzten Tagen, der letzten Woche ... ist das irgendwie so.
Bisher war ich meistens innerlich sehr, sehr unruhig, wenn es Karo schlecht ging. Oder wenn ich nicht viel von ihr mitbekam, und es ihr vielleicht schlecht ging. Ich konnte mich wenig auf das konzentrieren, was ich gerade mache. Wenn ich etwas schönes gemacht habe, dann war ich innerlich sehr angespannt, weil ich an Karo dachte, und dass es ihr vielleicht schlecht geht. Ich wollte bereit sein, mit ihr zu reden. Ich habe über ihre Gedanken und Gefühle nachgedacht. Ich habe auf Nachrichten gewartet und überlegt, wie ich Fragen formulieren kann, ob ich fragen sollte. Ich habe darum gekämpft, ihr ihre Ruhe zu lassen, und nicht nachzufragen. Ich war in solchen Situationen immer sehr, sehr unruhig, innerlich.
Das ist die letzten Tage nicht mehr so. Ich weiß, dass es Karo nicht gut geht. Aber mir geht es gut. Und ich bin ruhig dabei.
Ich glaube, was passiert ist, ist mehr Akzeptanz. Ich akzeptiere die Situation so, wie sie ist. Karo geht es nicht gut, aber deshalb muss ich nicht unbedingt etwas machen (und angespannt sein, wenn ich gerade nichts machen kann). Wenn Karo ihre Ruhe braucht, schreiben wir eben etwas weniger. Ich werde dadurch nichts wichtiges verpassen, und wenn, dann wird sie es mir sagen. Aber ich brauch nicht ständig in Habachtstellung sein, nur weil es Karo (vielleicht) schlecht geht. Ich darf und vor allem kann trotzdem mein Leben genießen.
Das heißt nicht, dass mir Karos Gefühle egal sind. Oder dass ich mich weniger für ihr Leben interessiere. Sondern es heißt, dass ich loslasse, was ich nicht ändern kann. Wo ich mich nicht kümmern kann, gerade.
Don't worry. Or worry, but know that worrying is as effective as trying to solve an algebra equation by chewing bubble gum.
Wear Sunscreen - Mary Schmich
Ich mach mir keine Sorgen, wenn es gar nicht nötig ist. Und deshalb geht es mir viel, viel besser, und ich bin so richtig gut drauf.
Und für Karo ist das genauso gut: Ich mach ihr weniger Druck, belaste sie nicht zusätzlich und habe vor allem viel mehr Kraft, um ihr den Rücken freizuhalten. Und für sie da zu sein, wenn sie das gerade braucht.
Ich weiß noch nicht, wie lange ich diesen Zustand so beibehalten kann. Aber jetzt funktioniert es doch schon eine ganze Weile. Und bestimmt werd ich mal wieder in alte Muster zurückfallen, aber ich weiß jetzt schon mal, wie das entspannt-sein geht ;)
Das Leben ist schön!
Montag, 2. März 2015
Nerviges Warten und kitschiges Glücklichsein
Ich bin gerade sehr aufgewühlt und unruhig.
Dabei ist eigentlich im Moment alles sehr gut. Karo hat mir unendlich geholfen vor meiner letzten Klausur, die für mich so stressig war wie noch keine davor. Ich fühle mich als Team zurzeit. Ich erkenne so viel positives an unserer Beziehung und an Karo selbst, was ich manchmal als selbstverständlich wahrnehme, es aber gar nicht ist. Karo und ich, das ist gut, das ist sogar sehr gut, und das macht mich ziemlich glücklich zurzeit.
Aber was mich nicht glücklich macht im Moment, das ist, wie das alles mit Karos beruflicher/gesundheitlicher Situation abläuft ... Erst musste sie unbedingt raus aus der Tagesklinik, weil sie direkt anfangen soll zu arbeiten, und jetzt ist sie schon seit über einem Monat gefangen in einem unstrukturierten Alltag, weil die Bürokratie es nicht hinbekommt, irgendwas sinnvoll zu regeln. Und es kann locker noch ein Monat dazu kommen. Das macht mich wütend.
Außerdem ist Karo in einem Gutachten als ziemlich beschränkt arbeitsfähig (momentan) eingestuft wurden. Das macht mich teilweise wütend, und macht mir teilweise Angst. Die Möglichkeit, dass es in diesem Ausmaß stimmt, macht mir Angst. Aber wütend macht es mich, weil ich es für ziemlich übertrieben halte. In meinen Augen ist Karo ein viel stärkerer Mensch. Alles was sie tut zeugt von mehr Stärke als sie dort bescheinigt bekommen hat - in Bürokratendeutsch, also ist es natürlich auch etwas schwierig zu interpretieren, aber trotzdem. Ihre Freunde schätzen sie auch stärker ein. Und auch wenn Karo selbst natürlich sehr verunsichert ist und sich generell nicht so positiv einschätzt, reagiert sie doch ziemlich geschockt darauf - ich glaube, sie hätte sich auch mehr erwartet. Es macht mich wütend, weil ich mir zu 98% sicher bin, dass Karo hier als zu schwach eingeschätzt wurde, und weil die für sie verantwortlichen Menschen ihr dadurch das Gefühl nehmen, dass sie ihre Situationen bewältigen kann, und sie was drauf hat.
Es nervt, dass irgendwie im Moment nichts wirklich läuft, so wie es sollte. Und das aus bürokratischen und bescheuerten Gründen. Da ist ein Mensch, der lernen will. Der vorankommen will im Leben, der sich Mühe gibt. Und da sind Institutionen, die Hürden stellen, obwohl sie Möglichkeiten bieten sollten.
Ich wünsche mir, dass Karo endlich das bekommt was ihr zusteht: Eine für sie angemessene, fördernde aber gleichzeitig stützende Hilfe. Und zwar jetzt.
Ich wünsche mir, dass uns niemand Steine in den Weg des Besserwerdens legt. Ich will, dass es einfach besser werden darf.
Oft wünsche ich mir zurzeit, dass ich eineinhalb Jahre in der Zeit vorspringen darf. Dass ich mit Karo zusammen in eine Wohnung ziehen kann, dass sie ihre Ausbildung hat und ich meine, dass es einen geregelten schönen Alltag gibt, mit allen Schwierigkeiten natürlich, aber ... so viel besser als jetzt.
Dieses Warten ohne etwas tun zu können, ohne dass was vorangeht, das ist das schlimmste. Und immer ständig neue Dinge und Entscheidungen und Beurteilungen. Ich will wo ankommen.
Es hat gut getan diesen Frust mal aufzuschreiben. Ich fühle mich viel ruhiger dadurch.
Auf der positiven Seite: Ich habe meinen eigenen, unabhängigen Stress zum Semesterende endlich hinter mir, was mir unglaublich hilft. Ich fühle mich total erleichtert dadurch und halte schwierige Momente bestimmt wieder besser aus.
Außerdem, wie schon erwähnt, bin ich mit Karo einfach sehr glücklich zurzeit. Ich bin sehr froh, dass sie meine Freundin ist, und ich mich in jemanden wie sie verliebt habe.
Und ich bin in den letzten Wochen auch zu der Erkenntnis gekommen, dass Karos Borderline-Diagnose sich viel leichter äußert, als das, was man meistens über Borderline liest - und ich deshalb nicht mehr diese ängstliche Unruhe fühlen muss, wenn ich über Borderline lese. Vor allem habe ich mich auch mit Karo darüber unterhalten, und sie hat mich darin bestätigt. Darüber möchte ich auf jeden Fall noch separat bloggen.
Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass es im Moment die Umstände sind, die mich unglücklich machen, und die Beziehung, die mich glücklich macht - und nicht anders rum ;) Denn ich merke immer wieder: Der Schlüssel, das alles zu überstehen, ist eindeutig Liebe.
Und das ist doch mal ein gutes Schlusswort. :)
Dabei ist eigentlich im Moment alles sehr gut. Karo hat mir unendlich geholfen vor meiner letzten Klausur, die für mich so stressig war wie noch keine davor. Ich fühle mich als Team zurzeit. Ich erkenne so viel positives an unserer Beziehung und an Karo selbst, was ich manchmal als selbstverständlich wahrnehme, es aber gar nicht ist. Karo und ich, das ist gut, das ist sogar sehr gut, und das macht mich ziemlich glücklich zurzeit.
Aber was mich nicht glücklich macht im Moment, das ist, wie das alles mit Karos beruflicher/gesundheitlicher Situation abläuft ... Erst musste sie unbedingt raus aus der Tagesklinik, weil sie direkt anfangen soll zu arbeiten, und jetzt ist sie schon seit über einem Monat gefangen in einem unstrukturierten Alltag, weil die Bürokratie es nicht hinbekommt, irgendwas sinnvoll zu regeln. Und es kann locker noch ein Monat dazu kommen. Das macht mich wütend.
Außerdem ist Karo in einem Gutachten als ziemlich beschränkt arbeitsfähig (momentan) eingestuft wurden. Das macht mich teilweise wütend, und macht mir teilweise Angst. Die Möglichkeit, dass es in diesem Ausmaß stimmt, macht mir Angst. Aber wütend macht es mich, weil ich es für ziemlich übertrieben halte. In meinen Augen ist Karo ein viel stärkerer Mensch. Alles was sie tut zeugt von mehr Stärke als sie dort bescheinigt bekommen hat - in Bürokratendeutsch, also ist es natürlich auch etwas schwierig zu interpretieren, aber trotzdem. Ihre Freunde schätzen sie auch stärker ein. Und auch wenn Karo selbst natürlich sehr verunsichert ist und sich generell nicht so positiv einschätzt, reagiert sie doch ziemlich geschockt darauf - ich glaube, sie hätte sich auch mehr erwartet. Es macht mich wütend, weil ich mir zu 98% sicher bin, dass Karo hier als zu schwach eingeschätzt wurde, und weil die für sie verantwortlichen Menschen ihr dadurch das Gefühl nehmen, dass sie ihre Situationen bewältigen kann, und sie was drauf hat.
Es nervt, dass irgendwie im Moment nichts wirklich läuft, so wie es sollte. Und das aus bürokratischen und bescheuerten Gründen. Da ist ein Mensch, der lernen will. Der vorankommen will im Leben, der sich Mühe gibt. Und da sind Institutionen, die Hürden stellen, obwohl sie Möglichkeiten bieten sollten.
Ich wünsche mir, dass Karo endlich das bekommt was ihr zusteht: Eine für sie angemessene, fördernde aber gleichzeitig stützende Hilfe. Und zwar jetzt.
Ich wünsche mir, dass uns niemand Steine in den Weg des Besserwerdens legt. Ich will, dass es einfach besser werden darf.
Oft wünsche ich mir zurzeit, dass ich eineinhalb Jahre in der Zeit vorspringen darf. Dass ich mit Karo zusammen in eine Wohnung ziehen kann, dass sie ihre Ausbildung hat und ich meine, dass es einen geregelten schönen Alltag gibt, mit allen Schwierigkeiten natürlich, aber ... so viel besser als jetzt.
Dieses Warten ohne etwas tun zu können, ohne dass was vorangeht, das ist das schlimmste. Und immer ständig neue Dinge und Entscheidungen und Beurteilungen. Ich will wo ankommen.
Es hat gut getan diesen Frust mal aufzuschreiben. Ich fühle mich viel ruhiger dadurch.
Auf der positiven Seite: Ich habe meinen eigenen, unabhängigen Stress zum Semesterende endlich hinter mir, was mir unglaublich hilft. Ich fühle mich total erleichtert dadurch und halte schwierige Momente bestimmt wieder besser aus.
Außerdem, wie schon erwähnt, bin ich mit Karo einfach sehr glücklich zurzeit. Ich bin sehr froh, dass sie meine Freundin ist, und ich mich in jemanden wie sie verliebt habe.
Und ich bin in den letzten Wochen auch zu der Erkenntnis gekommen, dass Karos Borderline-Diagnose sich viel leichter äußert, als das, was man meistens über Borderline liest - und ich deshalb nicht mehr diese ängstliche Unruhe fühlen muss, wenn ich über Borderline lese. Vor allem habe ich mich auch mit Karo darüber unterhalten, und sie hat mich darin bestätigt. Darüber möchte ich auf jeden Fall noch separat bloggen.
Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass es im Moment die Umstände sind, die mich unglücklich machen, und die Beziehung, die mich glücklich macht - und nicht anders rum ;) Denn ich merke immer wieder: Der Schlüssel, das alles zu überstehen, ist eindeutig Liebe.
Und das ist doch mal ein gutes Schlusswort. :)
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