Sonntag, 17. Januar 2016

Tausend Dinge, die man aneinander mag.

Mit 15 dachte ich, Liebe ist, dass ich nicht aufhören kann an eine Person zu denken. Dass es ein Gefühl ist, das völlig ohne Grund bei einer bestimmten Person auftritt, dass es die Liebe, die man für alle Menschen die man mag empfindet, irgendwie umwandelt und zu einer romantischen Liebe macht, ohne dass es dafür einen bestimmten Grund gibt.
Jetzt bin ich 20 und bin ganz bestimmt nicht am Ende meiner Erkenntnisse was Liebe angeht, aber natürlich fühl ich mich trotzdem viel schlauer als mit 15, so wie das halt immer ist. Bis man wieder älter wird und sich wieder schlauer vorkommt.
Jedenfalls bin ich jetzt 20, und jetzt ist für mich Liebe eine komische Mischung aus Gefühl und Entscheidung füreinander. Ich liebe viele Menschen, Freunde, Familie, Leute von denen ich Fan bin. Ich liebe auch Karo, und irgendwie ist bei ihr alles ein kleines bisschen anders, wenn sie da ist ist mein Fokus nur auf ihr, sie ist immer meine Priorität #1, sie hat auch nach bald drei Jahren noch die Macht mir weiche Knie zu machen. Weiche Knie bekomm ich von meiner Familie jetzt doch eher selten.
Ich weiß nicht genau was es ist, das diesen Unterschied ausmacht, aber vielleicht ist es die Menge an Dingen die man an der anderen Person wirklich gerne mag, und die Art, wie gut man zueinander passt.
Und dann ist es glaub ich auch eine Entscheidung. Die Entscheidung dafür, dass man miteinander sein Leben teilt, und versucht, wirklich gut zueinander zu passen. Dass man nicht nur zufällig alles am anderen mag, sondern auch sich dazu entscheidet, mit dem anderen zu wachsen und aneinander zu lernen und sich Dinge zu erklären und zu verstehen und zu verzeihen.
Wenn ich nicht genügend Dinge an der anderen Person mag, dann werde ich sie nie lieben können, aber wenn ich mich nicht dafür entscheide, mein Leben an ihrs anzupassen, dann wird es genauso wenig funktionieren.

Und jetzt habe ich total viel darüber philosophiert was Liebe für mich ist, und bin an einem ganz anderen Punkt angekommen als an dem Thema, auf das ich eigentlich hinaus wollte.

Der Punkt ist, ich liebe Karo. Ja, es gibt verdammt vieles, was diese Beziehung oft zu einer Herausforderung macht. Aber Karo hat unglaublich viele Dinge an ihr die ich mag, also ist eine Voraussetzung schon mal gegeben. Und wir haben uns gemeinsam entschieden, miteinander unser Leben zu teilen - für so lange, wie wir beide eben glücklich damit sind (bevor jetzt jemand denkt das hier ist die Ankündigung einer Verlobung oder so) -, und uns aneinander anzupassen, und damit ist auch die zweite Grundlage für eine Beziehung da. Und für Liebe.

Ich bin immer noch nicht da, wo ich hin wollte.

Okay. Also. Diese Beziehung ist vielleicht eine, in der ich damit klar kommen muss, dass meine Partnerin manchmal sterben will. Und sie ist eine, wo die Möglichkeiten unserer Treffen manchmal eingeschränkt sind, wegen Karos Ängsten oder Problemen. Und es gibt viele Dinge, die nicht ganz so sind, wie ich mir ursprünglich eine perfekte Beziehung vorgestellt habe.
Aber es gibt diese vielen tausend Dinge die ich an Karo mag, und die Tatsache, dass ich mit ihr Tage verbringen kann ohne dass sie mich nervt, und dass ich sie bewundere, und dann ist da, dass sie mir ohne Anlass manchmal einfach sagt wie dankbar sie mir ist und dass sie mich liebt, und nicht zu vergessen ist der Punkt, dass ich nie daran zweifle, dass es Karo am wichtigsten ist, dass ich glücklich bin. Eine Beziehung, in der man nie daran zweifeln muss, dass der Partner ALLES in seiner Macht stehende tut, um einen glücklich zu machen, ist ein Geschenk. Und es fühlt sich für mich an als wäre ich in einer Dauerumarmung, in der mir nichts passieren kann.

Jetzt bin ich da, wo ich sein will.

Ich erzähle hier sehr viel von den Schwierigkeiten in unserer Beziehung, und das lässt vielleicht manchmal die Frage offen, warum ich mir das ganze "antue". Naja, der Grund ist Liebe. Dass wir tausend Kleinigkeiten haben, die wir aneinander mögen, und dass wir uns dafür entscheiden, miteinander unsere Tage zu teilen, und dass wir gut zueinander passen und uns glücklich machen.
Und vielleicht ist das schwieriger in Worte zu fassen als Ängste die ich habe, und vielleicht mache ich es deshalb seltener.
Aber es ist bestimmt nicht seltener da als Ängste. Ganz bestimmt nicht.

Bevor ich jetzt anfange zu weinen, höre ich mit diesem Post auf, aber merkt euch das einfach. Solange ich mit Karo zusammen bin, habe ich gute Gründe dazu, und diese Gründe werden immer sein, dass ich mit ihr glücklicher bin als ohne sie.
Und wenn ich das hier nicht so oft sage, wie ich Schwierigkeiten erkläre, dann liegt das daran, dass Schwierigkeiten manchmal einfacher zu erklären sind als Liebe, oder vielleicht daran, dass Liebe immer schwierig zu erklären ist.
Ich weiß es auch nicht so genau.

Okay. Das war's jetzt :) LIEBE!

Sonntag, 10. Januar 2016

Die Angst, dass du stirbst.

Der Blogideekasten gibt regelmäßig Themen vor, die ein Ideenanstoß für Blogger sein sollen. Bisher bin ich noch nicht dazu gekommen zu einem der Themen zu bloggen, aber die aktuelle Idee ist Ängste, und dazu passt ein Thema sehr gut, zu dem ich schon länger mal schreiben wollte.

Die Angst, von der ich hier erzählen will, ist die Angst davor, dass Karo sich umbringt.
Es geht hier, wie zu erwarten ist, sehr konkret um Suizid. Wenn dir das zu viel ist, dann hör hier bitte auf zu lesen. Du wirst keine großen Infos verpassen, es geht nur darum, wie ich gelernt habe, mit dem Wissen umzugehen, dass Karo Suizidgedanken hat.

Als ich mich das erste Mal mit dem Thema konkret auseinandersetzen musste, hatte ich eine Nachricht von Karo falsch verstanden und dachte, dass sie mir erzählt hat, dass sie Suizidgedanken hat - obwohl es eigentlich um etwas ganz anderes ging. Ich kann mich an die Nachricht selbst nicht mehr erinnern, aber ich weiß noch genau, dass ich sehr geweint habe und noch mehr als Karo das Missverständnis aufgeklärt hat, und dass ich ihr ein kurzes Video gemacht habe indem ich darüber geredet habe wie sehr mich der Gedanke gerade fertig gemacht hat, und wie froh ich bin, dass ich es nur falsch verstanden hatte.
Zu dem Zeitpunkt waren wir höchstens ein paar Monate zusammen.

Eine zweite Situation an die ich mich sehr deutlich erinnere, war, glaube ich, vor etwas über zwei Jahren. Ich habe es als kurz vor Weihnachten im Kopf. Ich weiß nicht mehr, ob Karo da schon öfter mal erzählt hat, dass sie grundsätzlich/gelegentlich Suizidgedanken hat, oder ob es eher aus dem Nichts kam. Aber ich saß im ICE, auf dem Weg zu meiner Unistadt, und Karo war wegen etwas sehr verzweifelt, vielleicht auch wütend, ich weiß es (mal wieder) nicht mehr. Jedenfalls hat sie mir geschrieben, dass sie sich am liebsten grade aus dem Fenster stürzen würde. Ich glaube ich habe gefragt, ob sie das ernst gemeint hat oder nicht, und sie hat gesagt, sie hat es ernst gemeint. Der Rest war für mich eine Mischung aus blanker Panik und Hilflosigkeit und Horror. Ich glaube, Karo hat gesagt dass sie es nicht wirklich vorhatte zu tun, aber das Wissen, dass sie möchte, war zu viel für mich. Ich habe mit Karo geschrieben und die schlechte Verbindung im ICE hat mich in den Wahnsinn getrieben, ich habe versucht sie anzurufen und sie hat mich weggedrückt, ich habe beim Schaffner nachgefragt ob ich nachlösen könnte und im Zug sitzen bleiben könnte (weil er in ihre Richtung gefahren wäre) und überlegt, ob ich genug Geld für ein Taxi für über 100 km habe. Karo hat gesagt, wenn ich komme tut sie es erst recht, und ich bin ausgestiegen aus dem Zug, wo mich Menschen gehört haben wie ich heulend auf Karos Mailbox gesprochen habe, und in meiner Wohnung habe ich mich das erste Mal wegen so einer Situation übergeben, mehrmals. Später haben wir geskypet, sie ohne Bild, und ich habe ihr Harry Potter vorgelesen und versucht nicht zu weinen.

Viele Monate später, vor nicht ganz einem Jahr, gibt es eine weitere Situation an die ich manchmal denke. In der Zwischenzeit hatte ich mich an das Wissen, dass Karo Suizidgedanken hat, gewöhnt. Weitestgehend. So sehr man das eben kann. Wir saßen in einem Café vor einem Theater, wo wir ein Musical ansehen wollten, in dem es um die Geschichte einer Familie geht, deren Mutter depressiv ist. Irgendwie kamen wir dadurch auch auf Suizid zu sprechen, und ich habe gefragt, ob Karo es mir sagen würde, wenn sie es vorhätte. Sie würde nicht, hat sie gesagt, weil ich sie vielleicht abhalten könnte, und dann haben wir glaube ich weiter darüber geredet, recht konkret, aber nicht lange, weil ich Karo mit Tränen in den Augen gebeten habe aufzuhören, und sie hat gefragt was los ist, und ich hab gesagt dass mir das zu nah geht, und ich das nicht kann. Dann hat sie gelächelt und meine Hand gedrückt und gesagt dass ich nicht weinen soll, weil ich doch sonst mein Makeup verschmiere, und wir haben das Thema gewechselt.
Später haben wir noch einmal darüber geredet, darüber wie ich gern wissen will dass sie Suizidgedanken hat, aber die Details nicht aushalte, und dass sie zum Glück Freunde hat, mit denen sie das detaillierter besprechen kann. Und ihre Therapeutin.

Ängste kann man kleiner bekommen, indem man sich mit ihnen auseinandersetzt und versucht Lösungen für die Situationen zu finden, vor denen man Angst hat. Ich bin jemand, der gern einen Plan hat. Deshalb gehe ich oft mit Ängsten so um, dass ich mir die schlimmste Situation vorstelle, die passieren kann, und dann darüber nachdenke, wie ich damit umgehen könnte. Rettungsanker für das Worst-Case-Szenario. Wenn ich eine gewisse Vorstellung davon habe, wie ich beängstigende Erlebnisse bewältigen kann, dann ist auch die Angst nicht mehr ganz so groß und erdrückend.
Die Angst, dass Karo eines Tages ihren Suizidgedanken folgt und sich umbringt, ist sehr wahrscheinlich die größte Angst die ich je hatte. Sehr langsam, Schritt für Schritt habe ich mich an das Thema ran gewagt und noch immer geh ich langsam vor, immer nur so weit, wie ich gerade kann. So makaber es klingt, aber ich habe mir unzählige Male vorgestellt, wie ich erfahre dass Karo sich umbringen möchte oder umgebracht hat. Ich glaube nicht, dass das auch nur einmal ohne viele Tränen funktioniert hat. Aber jedes Mal hat es mir auch ein bisschen Sicherheit gegeben, dass ich mir zumindest schon mal Gedanken dazu gemacht hätte, was ich tun würde.

Seinen Frieden damit finden, dass der Partner manchmal nicht mehr leben möchte, ist nicht einfach. Seinen Frieden damit finden, dass der Partner tatsächlich nicht mehr lebt, ist vermutlich noch mal ein ganz ganz anderes Kapitel, das trotz aller Bemühungen außerhalb meiner Vorstellungen liegt, und ich könnte wohl nie dafür vorbereitet sein. Die Angst davor wird wohl immer irgendwie bleiben. Zum Glück ist sie auch eine sehr distanzierte Angst, weil ich großes Vertrauen darin habe, dass Karo nicht aufgibt, so wie sie ihr ganzes Leben lang noch nie aufgegeben hat.

Ich bin trotz allem Schmerz den es bringt sehr froh, dass ich mich mit all dem auseinandersetze und sogar so weit gehe, die schlimmsten Situationen in Gedanken durchzuspielen. Ich glaube, es ist eine der Methoden die für mich ganz wichtig sind, um gesund zu bleiben.

In meinen Augen sind Ängste, die man von sich schiebt, etwas was in unerwarteten Momenten an dir hochkriecht und dich erschrickt. Ängste, mit denen man sich auseinandersetzt, sind dagegen eine Chance zu wachsen.

Ankündigung: Das hier ist eine glückliche Beziehung. ;)

Iiiiich hab das starke Bedürfnis hier noch was positives zu schreiben. Logischerweise geht es hier auf dem Blog sehr viel um Probleme in der Beziehung, oder um Schwierigkeiten - weil das halt mal das Thema ist, das ich mir ausgesucht habe. Ich habe manchmal das Gefühl, dass das aber meine Beziehung nicht gut genug darstellt, weil ich ja glücklich mit Karo bin und es sehr viele positive Dinge gibt.
Ich hab einen Blogpost im Kopf, den ich schon länger schreiben will, an den ich aber deshalb auch hohe Ansprüche habe und weil ich zurzeit krank bin, hab ich jetzt nicht die Konzentration dafür, den wirklich gut zu schreiben. DESHALB ist das hier die offizielle Information dass ich in einer glücklichen Beziehung bin und bald mehr dazu erzählen werde, was denn wirklich gut läuft und schön ist. :)
Das war's.

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Zukunftsangst und IKEA-Dates

WOW. Wow wow wow.
Ich hab seit über zwei Monaten nichts gepostet.

Hi, es gibt mich noch. Es gibt Karo noch und es gibt auch unsere Beziehung noch.

Seit ich das letzte Mal geschrieben hab gab es Höhen und Tiefen, die sowohl sehr hoch als auch sehr tief waren.
Es kam wieder einmal vor, damit jetzt das dritte Mal, dass wir uns fast getrennt hätten. Was von mir aus ging. Dahinter steckte, dass ich wegen vielen kleineren Sachen ziemlich unzufrieden war, aber nicht darüber geredet hab, und ein Auslöser der unsere Situation sehr verkompliziert hat, für mich dann einfach zu viel war.
Dieser Auslöser ist auch etwas, wozu ich euch updaten sollte. Geplant war, dass Karo und ich diesen Sommer zusammenziehen, bei ihr, in eine gemeinsame Wohnung. Aus bürokratischen Gründen klappt das aber nicht, ich hätte also alleine eine Wohnung in einer Stadt sehr weit weg von zuhause nehmen müssen, wo ich niemanden außer Karo kenne. Ich hab festgestellt, dass ich das nicht kann. Meine Familie und Freunde sind mir unglaublich wichtig und ich kann nicht so weit weg von ihnen wohnen. Nicht jetzt und auch später glaub ich nicht, zumindest nicht auf Dauer.
Naja, deshalb bleib ich jetzt doch in der Stadt wo ich studiere, mache hier meinen Master, und unsere Beziehung bleibt erst mal eine Fernbeziehung. Ohne dass wir genau wissen wie es weitergehen wird dann.

Es gab aber auch sehr schöne Zeiten in diesen zwei Monaten wo ich nicht geschrieben hab. Nach der Fast-Trennung hab ich mich extrem bemüht wieder besser zu sagen wenn es mir mit irgendwas nicht gut geht, und es nicht immer für mich zu behalten aus Angst dass wir dann streiten, und ich denke es hilft. Es ist zwar schwer, und es macht mir immer Angst, aber es ist wichtig und gut.
Das ist jetzt ja aber auch noch nicht wirklich schön ;)
Wir hatten auch zwei (oder sogar drei? Ich glaub zwei.) sehr schöne Treffen seit dem letzten Eintrag. Und auch gute Gespräche. Und Nähe.

Im Moment ist es ganz gut für mich. Ich hab festgestellt dass es mich ziemlich unruhig macht, dass ich nicht weiß, wie meine Zukunft die nächsten Jahre aussieht. Ich tu mich sehr schwer damit, wenn irgendwas nicht in meiner Kontrolle ist. Und Karo wiederum tut sich schwer damit, in die Zukunft zu planen und sich da festzulegen. Das heißt, dass ich mich jetzt irgendwie anderweitig beruhigen muss. Und mir ständig sage, dass es okay ist, wenn irgendwas mal nicht so klappt wie ich es plane. Und wenn es mir mal schlecht geht in der Zukunft, dann ist das so, dann geh ich da dann damit um. Es hilft mir nicht, mir jetzt schon Sorgen darüber zu machen.
Stattdessen denke ich dann daran, dass es ja JETZT gut ist. So wie die Beziehung jetzt ist, bin ich froh dass ich sie habe. Wenn es später mal nicht mehr so sein sollte, weil vielleicht wir uns nicht einigen können an welchem Ort wir beide glücklich sein können, dann ist das ja was, womit wir später umgehen können. Jetzt studiere ich, Karo macht ihre Therapie, jetzt ist eh alles so wie es ist. Und es ist gut so. Wir sind glücklich. Also kann ich mich auch darauf konzentrieren, und mit der Zukunft später umgehen.
Wie schwer mir das fällt merkt man vielleicht daran, wie oft ich das wiederhole und wie sehr ich das ausführe ;)

Vor zwei Wochen war Karo bei mir, und es war total schön. Ich hatte das Gefühl dass wir uns unglaublich nah sind, uns so oft einfach wie ohne Wort verstehen. Oder jemand sagt was, und die andere weiß genau was da alles noch an Bedeutung dahinter steckt. Dass wir uns einfach richtig gut kennen und verstehen. Dieses Gefühl hatte ich das ganze Wochenende lang, und es war wirklich schön.
Außerdem waren wir im IKEA und das war irgendwie sehr heimelig und wir waren total pärchenmäßig und haben uns damit seltsamerweise beide viel wohler im IKEA als woanders gefühlt, und gefunden dass uns da viel weniger Leute komisch angeschaut haben als sonst. (Ja, das ist nämlich auch so ne Sache, dass man als lesbisches Paar IMMER Blicke bekommt.)
Am Samstag war auch Karos Familie da und ist mit uns auf den Weihnachtsmarkt gegangen, einfach so als alljährlicher Ausflug. Ich finde es schön wenn ich bei Karos Familie dabei bin, weil das nicht so oft vorkommt, einmal durch die Fernbeziehung und dann auch dadurch, dass Karo bei ihren Verwandten noch nicht geoutet ist. Ich find es aber schön, wenn ich mich trotzdem als Teil der Familie auch manchmal fühlen kann. :)

Nächste Woche wird Karo schon wieder zu mir kommen, bevor dann meine Lernzeit für dieses Semester so richtig beginnt. Damit lagen dann nur drei Wochen zwischen unseren Treffen, was total schön ist :) Ich freu mich schon sehr drauf.

Jap, das war irgendwie gar keine so große Überwindung mal wieder zu schreiben, und es hat auch ziemlich Spaß gemacht. Sollte ich öfter mal wieder tun ;)

Wenn es zwischendrin übrigens mal das Bedürfnis nach kleinen Updates gibt: Auf meinem Twitter steht meistens irgendwas dazu. Da sieht man dann mindestens, ob noch alles okay ist zwischen uns. :)

Freitag, 23. Oktober 2015

Mit Down-Phasen umgehen.

Karo hat, seit wir zusammen sind, immer wieder bessere und schlechtere Phasen in ihrem Leben gehabt. Es gab Momente vor fast zwei Jahren, die schlimmer waren als alles woran ich mich jetzt erinnern kann, es gab Zeiten die im Vergleich sehr sorglos und frei erscheinen, es gibt jetzt Zeiten die sich anfühlen, als würden sie mir alle Luft aus den Lungen schlagen und wiederum Momente, in denen alles besser ist als je zu vor und langfristige Verbesserungen so deutlich sichtbar sind. Es kann mal mehrere Wochen recht entspannt sein, und dann wieder sehr schwierig, für ein Wochenende wieder gut, bis wieder ein "Loch" kommt.
Obwohl ich immer viele Veränderungen sehe, die sich auf lange Sicht schon ergeben haben, und Karo SO viel an sich gearbeitet hat und unglaublich viel erreicht hat, heißt das noch nicht, dass auch ihre Stimmung immer besser ist. Unabhängig davon, wie gut sie vielleicht schon mit vielem umgehen kann, ist die nämlich oft ganz schön beschissen - um es mal deutlich zu sagen.

Es ist unterschiedlich, wie gut ich mit Phasen, in denen es plötzlich wieder sehr schlecht ist, umgehen kann. Verschiedene Dinge spielen da mit rein:
Meine Stimmung. Wenn es mir gerade selbst nicht gut geht, oder ich gestresst bin, dann habe ich größere Schwierigkeiten mit Karo's schlimmen Zeiten umzugehen, als wenn ich sehr entspannt und in mir ruhend bin.
Unsere Kommunikation. Schwierig ist es für mich immer, wenn ich das Gefühl habe, nicht gut Bescheid zu wissen. Wenn wir kaum miteinander reden und wichtige Dinge nicht teilen können. Leichter kann ich mit Downs umgehen, wenn wir offen reden und ich z.B. dann auch gerne Karo ihre Ruhezeiten gebe, wenn ich eben weiß, dass das gerade wichtig ist.
Die Dauer und Häufigkeit. Wenn es sehr lange dauert, dass es Karo sehr schlecht geht, viele Rückschläge kurz nacheinander passieren, oder das letzte Down grade erst vorbei ist, dann merke ich, dass das viel stärker an meinen Nerven zehrt. Ich fühle mich dann richtig erschöpft. Phasen in denen es mal etwas besser ist brauche ich, um für schwierigere Phasen wieder gewappnet zu sein.

Was kann ich aber machen, um gut mit allem umgehen zu können?
Wenn es Karo sehr schlecht geht, muss ich stärker als sonst auf mich achten, mir meiner Gefühle bewusst sein und meine Erfahrungen anwenden.
Wichtig ist für mich, dass ich mich abgrenze. Ich habe in den letzten Jahren und Monaten gelernt, Karos Probleme nicht zu meinen eigenen zu machen. Wenn sie gerade an etwas denkt was sie runterzieht, wenn sie schwere Entscheidungen treffen muss, was auch immer, dann bringt es nichts, wenn ich diese Gedanken auch noch alle denke, und überlege, was sie gerade wohl denken könnte. Ja, so kompliziert bin ich gerne. ;) Karos Probleme sind ihre eigenen, und ich bin immer gerne für sie da wenn sie mich braucht, aber es tut mir nicht gut, wenn ich ungefragt alle Gedanken für sie auch noch mitdenke. Das kann sie schon selbst, und wenn sie mich braucht, sagt sie es mir. Also konzentriere ich mich in solchen Momenten darauf, mich mit den schönen Dingen in meinem Leben zu beschäftigen, mir etwas gutes zu tun, und darauf zu vertrauen, dass Karo mir sagt, wenn sie mich gerade wirklich braucht.
Wichtig ist auch, dass ich es nicht persönlich nehme, wenn Karo weniger mit mir telefoniert, weniger schreibt, sich nicht so darum kümmert was in meinem Leben los ist - wenn weniger Nähe da ist. Ich weiß mittlerweile, dass Karo, wenn es ihr sehr schlecht geht, dazu die Kraft fehlt. Wenn ich nicht aufpasse, kann das alles leicht dazu führen, dass ich frustriert und wütend werde und danach auch handle. Deshalb ist es für mich wichtig, dass ich die Gefühle wahrnehme und nicht wegschiebe, sondern darauf achte was grade los ist, damit ich verstehen kann, warum Karo sich gerade distanziert verhält, und dementsprechend selbst keine so negativen Gefühle entwickle.
Trotzdem ist es aber auch total notwendig, dass ich negative Gefühle zulasse. Wenn ich mich überfordert fühle, dann ist das so. Wenn ich frustriert bin weil im Moment die Beziehung nicht das bietet was ich will, dann ist das auch so. Wenn ich wütend bin, weil Karo auf etwas einfach nicht antwortet, dann ist das genauso gerechtfertigt. Ich habe diese Gefühle, und wenn ich das akzeptiere und zulasse, dann geht es mir selbst damit viel besser, und ich kann wiederum vernünftiger handeln, als wenn ich die Frustration, Wut, Trauer oder Sorge einfach verdränge.
Und dann hab ich auch schon viel darüber gelernt, wie ich in solchen Zeiten am besten kommunizieren kann. Ich konzentriere mich wieder darauf, zu sagen was mir wirklich ist, offen und klar. Frustration bringt mich leicht dazu, bissig zu werden und nicht wirklich zu sagen was ich will. Also achte ich darauf und sage Karo einfach, was mir durch den Kopf geht. Damit leg ich uns keine weiteren Steine in den Weg.

Im großen und ganzen läuft es sich darauf hinaus, dass ich mir dessen bewusst bin, dass es gerade schwierig ist und auch ich deshalb nicht so glücklich bin, aber dass ich vernünftig und rational in meinem Handeln bleibe. Ich achte besonders darauf, mir selbst gut zu tun, weil ich nur so wirklich gut für Karo da sein kann, ohne dass ich mir selbst schade.
Und dass ich nicht durchdrehe, wenn es Karo schlecht geht. Das ist wahrscheinlich das wichtigste, was ich in den vergangenen zwei Jahre gelernt hab: Nicht so schnell wegen allem durchzudrehen. Und ohne Karo wäre ich dort noch lange nicht, wo ich jetzt bin.
So schwer eine solche Beziehung manchmal auch sein mag, es ist eine riesige Chance unglaublich viel für sich zu lernen, und ich bin dankbar für alles was ich gelernt habe und noch lernen werde. Auf meinem Blog kann ich das alles dokumentieren und meine Erkenntnisse für andere und für mich selbst aufschreiben, und das liebe ich. <3
Und da ich jetzt immer mehr vom Thema abkomme, höre ich auf. ;)

Sonntag, 4. Oktober 2015

Zweiter Blog :)

Ich habe einen zweiten Blog eröffnet, in dem ich über alles schreibe, was nicht mit psychischen Krankheiten in einer Beziehung zu tun hat, nämlich hier: Laura Labert.
Diesen Blog hier gibt es natürlich weiterhin, ich mag ihn auch sehr sehr gerne (auch wenn ich zurzeit leider so wenig poste), aber er hat eben ein sehr eingegrenztes Thema, und in meinem Leben gibt es noch mehr, worüber ich gern erzählen möchte.
Viel Spaß allen, die das auch lesen wollen. :)

Schreibblockade

Ich versuch seit über einer Stunde zu bloggen. Es klappt nicht.
Mir geht es gut. Mir geht es mit Karo total gut. Manchmal mach ich mir Sorgen, oft vermiss ich sie. Oft haben wir schöne Zeiten zusammen. Ich bin sehr oft stolz auf sie, sie hat schon so viel geschafft, was man oft erst im Vergleich mit früher richtig merkt.
Ich kann schon seit so langem mit allem so gut umgehen. Ich bin so entspannt. Das wäre ich nicht ohne Karo, das habe ich nur wegen ihr so gut gelernt.
Es ist eine ganz normale, schöne Beziehung. Mit Schwierigkeiten, die die Beziehung aber nicht beeinträchtigen.
Ich will so gern über all das mehr schreiben, weil grade diese positiven Sachen mehr Posts verdienen, aber das Schreiben fällt mir einfach so schwer zurzeit. Ich will gute zusammenhängende Posts finden, und das schaff ich nicht.
Mit den unzusammenhängenden bin ich nicht zufrieden, das kann ich besser.
Also gibt es jetzt das hier.
Schreibblockade und irgendwie ein kleines Update.