Jetzt wohne ich seit einer Woche bei Karo in der Wohnung. Alles in allem ist es total super :)
Wir verbringen ja normalerweise immer ganze Tage beieinander, dadurch dass wir eine Fernbeziehung haben. Wir haben auch schon eine Woche oder etwas länger miteinander verbracht, weil wir z.B. in Urlaub waren oder Karo mit mir im Sommer eine Weile bei meinen Eltern war. Das hier ist aber erstens noch mal um einiges länger, und zweitens ist es Alltag, und hat nicht so dieses Urlaubsfeeling.
Ich arbeite normalerweise von 10-18 Uhr. Letzte Woche hatte ich oft früher frei oder später angefangen, weil noch nicht so viel los war, dadurch hatten wir trotzdem noch viel Zeit zusammen. Am Freitag aber war es zum Beispiel so, dass ich um 10 angefangen hab, und um 18 Uhr der letzte Termin war, so dass ich erst um halb acht zuhause war. Da ist die Zeit, die wir miteinander verbringen, dann doch sehr kurz.
Für einen Moment war ich da recht traurig und angespannt, weil wir eigentlich den ganzen Tag hätten, jetzt aber nur so wenig ... bis ich mir bewusst gemacht hab, dass wir ja eigentlich GAR keine Zeit zusammen hätten, wenn ich nicht hier wohnen würde.
Es gibt irgendwie nicht viel, was ich wirklich erzählen könnte. Ich finde, es läuft alles total gut. Wir reden viel über das was uns wichtig ist, und sagen immer sehr klar was wir möchten. Lassen uns auch mal Zeit für uns selbst, usw. Was Haushaltssachen angeht gab es bisher auch keine Probleme.
Gestern war Karo abends nicht gut drauf. Dass ich diese Stimmungen wirklich miterlebe, anstatt nur über Schreiben oder so davon zu merken, ist eher selten, aber dadurch dass auch hier Karo mir ganz klar gesagt hat, was sie gerade braucht, war das für mich auch okay. Als sie geschlafen hat und ich noch wach war fiel es mir zwar etwas schwerer, davon abzuschalten und mich selbst zu entspannen, aber das finde ich total normal, weil es für mich ja ungewohnt ist, das direkt mitzubekommen. Andererseits konnte ich auch ausnahmsweise tatsächlich mal etwas für Karo tun, und musste mich nicht so hilflos fühlen. :)
Mal von den Problemen oder möglichen Problembereichen abgesehen, genieße ich es soooo sehr, so viel zeit mit Karo zu verbringen. Es ist wunderschön, jeden Morgen neben ihr aufzuwachen und nachts sie neben mir zu wissen und gemeinsam das Abendessen zu planen und sich zu bekochen und anzurufen um zu sagen dass ich in einer halben Stunde zuhause bin und Serien zu schauen und dabei zu kuscheln und uns einfach nah sein zu können, wann immer wir wollen. :) Ich freue mich unglaublich, dass ich hier bin, genieße jeden Moment und freu mich sooo sehr, dass noch drei Wochen vor uns liegen!
Nächste Woche geht's weiter mit dem Bericht :)
Sonntag, 13. März 2016
Montag, 7. März 2016
Experiment: Zusammen wohnen!
Seit Samstag bin ich wieder bei Karo. Dieses Mal allerdings nicht nur für ein paar Tage, und für Urlaub: dieses Mal bleibe ich vier Wochen.
Ich mache hier ein Praktikum bei einer Therapeutin, und wohne in der Zeit mit Karo zusammen.
Sie hat eine winzige Wohnung, nur ein Zimmer, und obwohl wir schon längere Zeit miteinander verbracht haben, war es nie so lang, und war es auch nie während wir Alltag miteinander gelebt haben. Jetzt sind es gerade mal drei Tage, und ich bin total gespannt darauf, wie die Zeit wird! Ich freu mich auch unglaublich, dass wir erstens mal mehr Zeit miteinander verbringen können, und zweitens zusammen neue Erfahrungen sammeln.
Ich will jedes Wochenende einen Wochenrückblick schreiben und davon erzählen, was in der Woche passiert ist und wie es uns beiden ging.
Bisher war es ziemlich stressig, da ich meinen Geldbeutel verloren hab (eins meiner Talente...) und wegen meinem Praktikum nervös war.
Ich glaube auch, es braucht noch Eingewöhnungszeit daran, dass wir weniger voneinander haben, als wir normalerweise gewöhnt sind, wenn wir Zeit miteinander verbringen.
Es ist aber auch unglaublich schön, sich um keinen Abschied Gedanken machen zu müssen, nicht das Gefühl zu haben, jeden Moment aufs allerbeste nutzen zu müssen, oder die erlebten Dinge nur schriftlich oder telefonisch erzählen zu können.
Karo versucht jetzt gerade neben mir einzuschlafen, und ich will sie mit Tippen nicht wach halten - und die wirkliche Zusammenfassung gibt's dann am Wochenende. Sie zwingt mich bestimmt dazu, falls ich zu faul bin ;)
Ich mache hier ein Praktikum bei einer Therapeutin, und wohne in der Zeit mit Karo zusammen.
Sie hat eine winzige Wohnung, nur ein Zimmer, und obwohl wir schon längere Zeit miteinander verbracht haben, war es nie so lang, und war es auch nie während wir Alltag miteinander gelebt haben. Jetzt sind es gerade mal drei Tage, und ich bin total gespannt darauf, wie die Zeit wird! Ich freu mich auch unglaublich, dass wir erstens mal mehr Zeit miteinander verbringen können, und zweitens zusammen neue Erfahrungen sammeln.
Ich will jedes Wochenende einen Wochenrückblick schreiben und davon erzählen, was in der Woche passiert ist und wie es uns beiden ging.
Bisher war es ziemlich stressig, da ich meinen Geldbeutel verloren hab (eins meiner Talente...) und wegen meinem Praktikum nervös war.
Ich glaube auch, es braucht noch Eingewöhnungszeit daran, dass wir weniger voneinander haben, als wir normalerweise gewöhnt sind, wenn wir Zeit miteinander verbringen.
Es ist aber auch unglaublich schön, sich um keinen Abschied Gedanken machen zu müssen, nicht das Gefühl zu haben, jeden Moment aufs allerbeste nutzen zu müssen, oder die erlebten Dinge nur schriftlich oder telefonisch erzählen zu können.
Karo versucht jetzt gerade neben mir einzuschlafen, und ich will sie mit Tippen nicht wach halten - und die wirkliche Zusammenfassung gibt's dann am Wochenende. Sie zwingt mich bestimmt dazu, falls ich zu faul bin ;)
Mittwoch, 24. Februar 2016
Mitternachtspost über wertvolle Gespräche
Vor ein paar Tagen hatten Karo und ich ein schönes Gespräch, von dem ich gern erzählen würde.
Ich bin jemand, der sich oft so viele Gedanken über alles mögliche macht, und totaaal schnell wird dann aus einer Mücke ein Elefant, weil in meinem Kopf immer alles größer scheint als es dann in Wirklichkeit ist.
Als wir das letzte Mal einen richtig großen Konflikt hatten (irgendwann im Dezember?) - okay, eigentlich war das überhaupt unser letzter Konflikt in dem Sinn. Jedenfalls hat mir da Karo das Versprechen abgenommen, dass ich ihr immer und sofort sage, wenn ich wegen irgendetwas traurig oder enttäuscht oder sonst was bin, und nicht warte und warte und mit mir selbst klar komme und ihr nicht mal die Chance gebe zu sehen, dass irgendetwas nicht stimmt. Und ich hab da dann immer große Angst davor, dass ich sie verletze oder wir streiten, und deshalb bin ich da nicht immer sehr gut darin.
Aber ich hab ihr das versprochen, und deshalb mache ich das jetzt auch. Bis jetzt ohne Ausnahme.
Und (Überraschuuuuung - nicht), natürlich hilft es uns ziemlich viel.
Wir hatten also vorgestern ein Gespräch, in dem ich Karo fragte, ob wir denn wirklich gerade etwas weniger und mit mehr Pausen dazwischen schreiben als noch vor ein paar Wochen, oder mir das nur so vorkommt. Bevor ich diese Frage gestellt hab, hab ich ein paar Tage lang mich einfach nicht besonders wohl gefühlt, nichts großes, aber so eine leichte, sich innen aufbauende Anspannung, und dann wurde in mir der Gedanke klar, dass es darum geht, und dann brauchte ich noch ein bis drei Formulierungsversuche und ein paar Stunden, bis ich Karo gefragt hab.
Und Karo hat total lieb geantwortet und mir erklärt, dass ich oft nach meinen Prüfungen einen leichten Hänger hab, und dann nicht so gut drauf bin, aber wir genauso schreiben wie immer.
Für mich war das sooooo wertvoll zu hören, und einfach zu wissen, dass zwischen uns alles gut ist, und nur mein Kopf ein bisschen spinnt. Damit komm ich klar ;) Und seit ich das weiß, dass es eben diese Möglichkeit der beiden war, die mir logisch vorgekommen sind, ist das auch plötzlich gar kein Thema mehr.
Das schöne an unserer Beziehung ist, dass ich Karo damit so wirklich vertrauen kann. Wenn ich ihr das anvertraue, auch wenn es mir Angst macht, dann fängt sie mich auf. Ist ehrlich, und sanft, und sagt das was ich hören muss. Und dadurch nimmt mir das auch ein bisschen meine Angst, je öfter wir solche Gespräche haben.
Das ist etwas sehr wertvolles. <3 Und ich bin ihr sehr dankbar, dass sie mir dieses Versprechen damals abgenommen hat, denn ohne das könnte ich das noch nicht so gut ;)
Ich weiß nicht genau was dieser Post hier gerade ist, übrigens, es ist halb zwölf nachts und ich wollte schon im Bett sein, aber dann hab ich einen langen, tollen Kommentar auf meinem meistgeklickten Beitrag bekommen und jetzt wollte ich plötzlich bloggen. Und hier bin ich. Ja. Kommt damit klar, ich hoffe es ist was gutes. ;)
Gute Naaaacht!
Ich bin jemand, der sich oft so viele Gedanken über alles mögliche macht, und totaaal schnell wird dann aus einer Mücke ein Elefant, weil in meinem Kopf immer alles größer scheint als es dann in Wirklichkeit ist.
Als wir das letzte Mal einen richtig großen Konflikt hatten (irgendwann im Dezember?) - okay, eigentlich war das überhaupt unser letzter Konflikt in dem Sinn. Jedenfalls hat mir da Karo das Versprechen abgenommen, dass ich ihr immer und sofort sage, wenn ich wegen irgendetwas traurig oder enttäuscht oder sonst was bin, und nicht warte und warte und mit mir selbst klar komme und ihr nicht mal die Chance gebe zu sehen, dass irgendetwas nicht stimmt. Und ich hab da dann immer große Angst davor, dass ich sie verletze oder wir streiten, und deshalb bin ich da nicht immer sehr gut darin.
Aber ich hab ihr das versprochen, und deshalb mache ich das jetzt auch. Bis jetzt ohne Ausnahme.
Und (Überraschuuuuung - nicht), natürlich hilft es uns ziemlich viel.
Wir hatten also vorgestern ein Gespräch, in dem ich Karo fragte, ob wir denn wirklich gerade etwas weniger und mit mehr Pausen dazwischen schreiben als noch vor ein paar Wochen, oder mir das nur so vorkommt. Bevor ich diese Frage gestellt hab, hab ich ein paar Tage lang mich einfach nicht besonders wohl gefühlt, nichts großes, aber so eine leichte, sich innen aufbauende Anspannung, und dann wurde in mir der Gedanke klar, dass es darum geht, und dann brauchte ich noch ein bis drei Formulierungsversuche und ein paar Stunden, bis ich Karo gefragt hab.
Und Karo hat total lieb geantwortet und mir erklärt, dass ich oft nach meinen Prüfungen einen leichten Hänger hab, und dann nicht so gut drauf bin, aber wir genauso schreiben wie immer.
Für mich war das sooooo wertvoll zu hören, und einfach zu wissen, dass zwischen uns alles gut ist, und nur mein Kopf ein bisschen spinnt. Damit komm ich klar ;) Und seit ich das weiß, dass es eben diese Möglichkeit der beiden war, die mir logisch vorgekommen sind, ist das auch plötzlich gar kein Thema mehr.
Das schöne an unserer Beziehung ist, dass ich Karo damit so wirklich vertrauen kann. Wenn ich ihr das anvertraue, auch wenn es mir Angst macht, dann fängt sie mich auf. Ist ehrlich, und sanft, und sagt das was ich hören muss. Und dadurch nimmt mir das auch ein bisschen meine Angst, je öfter wir solche Gespräche haben.
Das ist etwas sehr wertvolles. <3 Und ich bin ihr sehr dankbar, dass sie mir dieses Versprechen damals abgenommen hat, denn ohne das könnte ich das noch nicht so gut ;)
Ich weiß nicht genau was dieser Post hier gerade ist, übrigens, es ist halb zwölf nachts und ich wollte schon im Bett sein, aber dann hab ich einen langen, tollen Kommentar auf meinem meistgeklickten Beitrag bekommen und jetzt wollte ich plötzlich bloggen. Und hier bin ich. Ja. Kommt damit klar, ich hoffe es ist was gutes. ;)
Gute Naaaacht!
Labels:
Lernen,
Selbstreflektion,
Tagebuch,
Unterstützung,
Vertrauen,
Zusammenhalt
Dienstag, 9. Februar 2016
Dinge, die mit der Zeit einfacher werden.
Heute war ich mit einer Freundin unterwegs, die ich bis dahin nur aus dem Internet kannte, und neben sehr viel ge-fangirle über unsere liebsten YouTuber haben wir uns unter anderem auch über unsere jeweiligen Beziehungen unterhalten. Als ich so davon erzählt habe, wie Karo und ich zusammengekommen sind, und an all diese Zeit zurückgedacht habe, habe ich gemerkt wie unglaublich viel sich seit diesem Anfang verändert hat.
Und hier sage ich verändert, im Titel sage ich verbessert - haben sich Dinge verschlechtert? Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir ganz ehrlich nichts an unserer Beziehung ein, das mit der Zeit schlechter geworden wäre.
Also, ich verallgemeinere mal wieder, und erzähle von
Dingen, die mit der Zeit einfacher werden, wenn man mit einer Person mit psychischen Erkrankungen zusammen ist (zumindest für mich).
Freiraum geben.
Jemand, dem das Leben oft zu viel ist, braucht unter Umständen vielleicht öfter mal Zeit für sich und seine Ruhe, als manche andere Personen. Mir fiel es lange Zeit sehr schwer, vor allem wenn ich wusste dass es Karo gerade schlecht ging, ihr dann einfach ihre Ruhe zu lassen. Ganz besonders: Ihr ihre Ruhe zu lassen, ohne mir große Sorgen zu machen und währenddessen mehr oder weniger zu leiden. Und nicht nachzufragen. Und nicht zu warten und zu schauen und zu warten.
Jetzt geht das viel einfacher. Ich zähle nicht mehr die Minuten oder Stunden, und ich lasse nicht tausend Gedanken in meinem Kopf sich einander jagen. Ruhezeiten sind wichtig, und Ruhezeiten sind gut so, genauso wie sie sind. Ich bin jetzt erleichtert, und froh, wenn Karo sich ihre Zeit nur für sich nimmt.
Freiraum nehmen.
Jemanden im Leben zu begleiten, dem das Leben oft zu viel ist, ist auch nicht einfach. Viele Menschen, und auch ich (zumindest früher), neigen vielleicht dazu, ihre eigenen Gefühle dann hintenanzustellen. Man selbst hat es ja allem in allem immer noch viel besser als die andere Person.
Aber mit der Zeit habe ich gelernt, dass ich, um für jemand anderen gut da sein zu können, mir auch selbst Zeit für mich nehmen muss. Dass es okay sein kann, die andere Person mal hintenanzustellen, und sich komplett in sich selbst einzukapseln, oder sich abzulenken. Und auch wenn ich das nicht besonders oft brauche: Es ist sehr sehr gut dass ich das jetzt kann, weil es mir viel Kraft und Ruhe gibt, und dafür sorgt, dass ich gesund bleibe.
Schmerz akzeptieren.
Wenn jemand, den man liebt, leidet, ist das hart. Man möchte, dass es den Menschen die man am liebsten hat, gut geht, und dass sie immer glücklich sind.
Für sich selbst hat man selten so hohe Ansprüche, interessanterweise. Klar hat man selbst auch mal schlechte Stimmung, weint man mal.
Dass der einem liebste Mensch (oder andere liebe Menschen) das auch haben, fällt (zumindest mir) viel schwerer.
Aber es ist so, im Leben von gesunden, und im Leben von kranken Menschen noch viel mehr. Und manchmal weiß ich einfach, dass es Karo gerade richtig beschissen geht, und ich aber alles getan hab was ich tun konnte/könnte, und dann muss ich das so akzeptieren, wie es eben ist.
Und ja, das wird einfacher. Das lernt man. Das habe ich gelernt, zu akzeptieren.
Bedürfnisse kennen.
Das trifft ganz bestimmt auf jede Beziehung zu, ob mit oder ohne psychische Krankheiten. Am Anfang weiß man noch nicht so ganz, was die andere Person in bestimmten Situationen braucht. Was die wichtigen Dinge sind, die man sagen sollte. Wann man etwas sagen, etwas machen soll.
Man lernt sich kennen, und man lernt das.
Ich weiß jetzt oft auch ohne Worte, was Karo gerade braucht. Und sie weiß das von mir.
Und nichtsdestotrotz ist es immer noch wichtig, das nicht vom anderen zu erwarten, sondern auch zu sagen wenn man gerade was braucht, aber, Überraschung: Auch das wird einfacher.
Um etwas bitten.
:) Ja, es wird auch einfacher, um etwas zu bitten. Zu sagen, wenn man etwas bestimmtes wissen will, weil es einem sonst schlecht gut. Zu sagen, wenn man etwas bestimmtes von der anderen Person braucht. Ohne sich schlecht dafür zu fühlen. Sondern in dem Wissen, dass der Partner das gerne macht. Immer. Für einen.
Einander verstehen.
Wie wirr und durcheinander und unklar so manche Sachen am Anfang unserer Beziehung waren, im Gegensatz zu jetzt. Wie viel Streit durch Missverständnisse, Misstrauen entstanden ist. Wie viel Tränen wegen Unverständnis geflossen sind.
Mit jedem Gespräch über Gefühle, das man führt, wird das einfacher. Es wird immer einfacher zu verstehen, was die andere Person fühlt. Was die andere Person denkt. Man lernt zu verstehen, wie der Partner tickt - und es wird wirklich so, so vieles einfacher durch das gegenseitige Verständnis, und den Respekt davor.
Vielleicht gibt es noch mehr Sachen, die einfacher werden, aber die hier gehören für mich auf jeden Fall zu den allerwichtigsten. Und natürlich, nur durch Zeit wird eine Beziehung nicht einfacher. Und Zeit heißt auch nicht, dass es dann keine Probleme mehr geben kann.
Aber ohne Zeit klappt es eben auch nicht. Ein stabiles Grundgerüst aufzubauen, dauert. Und im besten Fall wird dann eben dadurch ... alles einfacher. :)
Und hier sage ich verändert, im Titel sage ich verbessert - haben sich Dinge verschlechtert? Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir ganz ehrlich nichts an unserer Beziehung ein, das mit der Zeit schlechter geworden wäre.
Also, ich verallgemeinere mal wieder, und erzähle von
Dingen, die mit der Zeit einfacher werden, wenn man mit einer Person mit psychischen Erkrankungen zusammen ist (zumindest für mich).
Freiraum geben.
Jemand, dem das Leben oft zu viel ist, braucht unter Umständen vielleicht öfter mal Zeit für sich und seine Ruhe, als manche andere Personen. Mir fiel es lange Zeit sehr schwer, vor allem wenn ich wusste dass es Karo gerade schlecht ging, ihr dann einfach ihre Ruhe zu lassen. Ganz besonders: Ihr ihre Ruhe zu lassen, ohne mir große Sorgen zu machen und währenddessen mehr oder weniger zu leiden. Und nicht nachzufragen. Und nicht zu warten und zu schauen und zu warten.
Jetzt geht das viel einfacher. Ich zähle nicht mehr die Minuten oder Stunden, und ich lasse nicht tausend Gedanken in meinem Kopf sich einander jagen. Ruhezeiten sind wichtig, und Ruhezeiten sind gut so, genauso wie sie sind. Ich bin jetzt erleichtert, und froh, wenn Karo sich ihre Zeit nur für sich nimmt.
Freiraum nehmen.
Jemanden im Leben zu begleiten, dem das Leben oft zu viel ist, ist auch nicht einfach. Viele Menschen, und auch ich (zumindest früher), neigen vielleicht dazu, ihre eigenen Gefühle dann hintenanzustellen. Man selbst hat es ja allem in allem immer noch viel besser als die andere Person.
Aber mit der Zeit habe ich gelernt, dass ich, um für jemand anderen gut da sein zu können, mir auch selbst Zeit für mich nehmen muss. Dass es okay sein kann, die andere Person mal hintenanzustellen, und sich komplett in sich selbst einzukapseln, oder sich abzulenken. Und auch wenn ich das nicht besonders oft brauche: Es ist sehr sehr gut dass ich das jetzt kann, weil es mir viel Kraft und Ruhe gibt, und dafür sorgt, dass ich gesund bleibe.
Schmerz akzeptieren.
Wenn jemand, den man liebt, leidet, ist das hart. Man möchte, dass es den Menschen die man am liebsten hat, gut geht, und dass sie immer glücklich sind.
Für sich selbst hat man selten so hohe Ansprüche, interessanterweise. Klar hat man selbst auch mal schlechte Stimmung, weint man mal.
Dass der einem liebste Mensch (oder andere liebe Menschen) das auch haben, fällt (zumindest mir) viel schwerer.
Aber es ist so, im Leben von gesunden, und im Leben von kranken Menschen noch viel mehr. Und manchmal weiß ich einfach, dass es Karo gerade richtig beschissen geht, und ich aber alles getan hab was ich tun konnte/könnte, und dann muss ich das so akzeptieren, wie es eben ist.
Und ja, das wird einfacher. Das lernt man. Das habe ich gelernt, zu akzeptieren.
Bedürfnisse kennen.
Das trifft ganz bestimmt auf jede Beziehung zu, ob mit oder ohne psychische Krankheiten. Am Anfang weiß man noch nicht so ganz, was die andere Person in bestimmten Situationen braucht. Was die wichtigen Dinge sind, die man sagen sollte. Wann man etwas sagen, etwas machen soll.
Man lernt sich kennen, und man lernt das.
Ich weiß jetzt oft auch ohne Worte, was Karo gerade braucht. Und sie weiß das von mir.
Und nichtsdestotrotz ist es immer noch wichtig, das nicht vom anderen zu erwarten, sondern auch zu sagen wenn man gerade was braucht, aber, Überraschung: Auch das wird einfacher.
Um etwas bitten.
:) Ja, es wird auch einfacher, um etwas zu bitten. Zu sagen, wenn man etwas bestimmtes wissen will, weil es einem sonst schlecht gut. Zu sagen, wenn man etwas bestimmtes von der anderen Person braucht. Ohne sich schlecht dafür zu fühlen. Sondern in dem Wissen, dass der Partner das gerne macht. Immer. Für einen.
Einander verstehen.
Wie wirr und durcheinander und unklar so manche Sachen am Anfang unserer Beziehung waren, im Gegensatz zu jetzt. Wie viel Streit durch Missverständnisse, Misstrauen entstanden ist. Wie viel Tränen wegen Unverständnis geflossen sind.
Mit jedem Gespräch über Gefühle, das man führt, wird das einfacher. Es wird immer einfacher zu verstehen, was die andere Person fühlt. Was die andere Person denkt. Man lernt zu verstehen, wie der Partner tickt - und es wird wirklich so, so vieles einfacher durch das gegenseitige Verständnis, und den Respekt davor.
Vielleicht gibt es noch mehr Sachen, die einfacher werden, aber die hier gehören für mich auf jeden Fall zu den allerwichtigsten. Und natürlich, nur durch Zeit wird eine Beziehung nicht einfacher. Und Zeit heißt auch nicht, dass es dann keine Probleme mehr geben kann.
Aber ohne Zeit klappt es eben auch nicht. Ein stabiles Grundgerüst aufzubauen, dauert. Und im besten Fall wird dann eben dadurch ... alles einfacher. :)
Sonntag, 17. Januar 2016
Tausend Dinge, die man aneinander mag.
Mit 15 dachte ich, Liebe ist, dass ich nicht aufhören kann an eine Person zu denken. Dass es ein Gefühl ist, das völlig ohne Grund bei einer bestimmten Person auftritt, dass es die Liebe, die man für alle Menschen die man mag empfindet, irgendwie umwandelt und zu einer romantischen Liebe macht, ohne dass es dafür einen bestimmten Grund gibt.
Jetzt bin ich 20 und bin ganz bestimmt nicht am Ende meiner Erkenntnisse was Liebe angeht, aber natürlich fühl ich mich trotzdem viel schlauer als mit 15, so wie das halt immer ist. Bis man wieder älter wird und sich wieder schlauer vorkommt.
Jedenfalls bin ich jetzt 20, und jetzt ist für mich Liebe eine komische Mischung aus Gefühl und Entscheidung füreinander. Ich liebe viele Menschen, Freunde, Familie, Leute von denen ich Fan bin. Ich liebe auch Karo, und irgendwie ist bei ihr alles ein kleines bisschen anders, wenn sie da ist ist mein Fokus nur auf ihr, sie ist immer meine Priorität #1, sie hat auch nach bald drei Jahren noch die Macht mir weiche Knie zu machen. Weiche Knie bekomm ich von meiner Familie jetzt doch eher selten.
Ich weiß nicht genau was es ist, das diesen Unterschied ausmacht, aber vielleicht ist es die Menge an Dingen die man an der anderen Person wirklich gerne mag, und die Art, wie gut man zueinander passt.
Und dann ist es glaub ich auch eine Entscheidung. Die Entscheidung dafür, dass man miteinander sein Leben teilt, und versucht, wirklich gut zueinander zu passen. Dass man nicht nur zufällig alles am anderen mag, sondern auch sich dazu entscheidet, mit dem anderen zu wachsen und aneinander zu lernen und sich Dinge zu erklären und zu verstehen und zu verzeihen.
Wenn ich nicht genügend Dinge an der anderen Person mag, dann werde ich sie nie lieben können, aber wenn ich mich nicht dafür entscheide, mein Leben an ihrs anzupassen, dann wird es genauso wenig funktionieren.
Und jetzt habe ich total viel darüber philosophiert was Liebe für mich ist, und bin an einem ganz anderen Punkt angekommen als an dem Thema, auf das ich eigentlich hinaus wollte.
Der Punkt ist, ich liebe Karo. Ja, es gibt verdammt vieles, was diese Beziehung oft zu einer Herausforderung macht. Aber Karo hat unglaublich viele Dinge an ihr die ich mag, also ist eine Voraussetzung schon mal gegeben. Und wir haben uns gemeinsam entschieden, miteinander unser Leben zu teilen - für so lange, wie wir beide eben glücklich damit sind (bevor jetzt jemand denkt das hier ist die Ankündigung einer Verlobung oder so) -, und uns aneinander anzupassen, und damit ist auch die zweite Grundlage für eine Beziehung da. Und für Liebe.
Ich bin immer noch nicht da, wo ich hin wollte.
Okay. Also. Diese Beziehung ist vielleicht eine, in der ich damit klar kommen muss, dass meine Partnerin manchmal sterben will. Und sie ist eine, wo die Möglichkeiten unserer Treffen manchmal eingeschränkt sind, wegen Karos Ängsten oder Problemen. Und es gibt viele Dinge, die nicht ganz so sind, wie ich mir ursprünglich eine perfekte Beziehung vorgestellt habe.
Aber es gibt diese vielen tausend Dinge die ich an Karo mag, und die Tatsache, dass ich mit ihr Tage verbringen kann ohne dass sie mich nervt, und dass ich sie bewundere, und dann ist da, dass sie mir ohne Anlass manchmal einfach sagt wie dankbar sie mir ist und dass sie mich liebt, und nicht zu vergessen ist der Punkt, dass ich nie daran zweifle, dass es Karo am wichtigsten ist, dass ich glücklich bin. Eine Beziehung, in der man nie daran zweifeln muss, dass der Partner ALLES in seiner Macht stehende tut, um einen glücklich zu machen, ist ein Geschenk. Und es fühlt sich für mich an als wäre ich in einer Dauerumarmung, in der mir nichts passieren kann.
Jetzt bin ich da, wo ich sein will.
Ich erzähle hier sehr viel von den Schwierigkeiten in unserer Beziehung, und das lässt vielleicht manchmal die Frage offen, warum ich mir das ganze "antue". Naja, der Grund ist Liebe. Dass wir tausend Kleinigkeiten haben, die wir aneinander mögen, und dass wir uns dafür entscheiden, miteinander unsere Tage zu teilen, und dass wir gut zueinander passen und uns glücklich machen.
Und vielleicht ist das schwieriger in Worte zu fassen als Ängste die ich habe, und vielleicht mache ich es deshalb seltener.
Aber es ist bestimmt nicht seltener da als Ängste. Ganz bestimmt nicht.
Bevor ich jetzt anfange zu weinen, höre ich mit diesem Post auf, aber merkt euch das einfach. Solange ich mit Karo zusammen bin, habe ich gute Gründe dazu, und diese Gründe werden immer sein, dass ich mit ihr glücklicher bin als ohne sie.
Und wenn ich das hier nicht so oft sage, wie ich Schwierigkeiten erkläre, dann liegt das daran, dass Schwierigkeiten manchmal einfacher zu erklären sind als Liebe, oder vielleicht daran, dass Liebe immer schwierig zu erklären ist.
Ich weiß es auch nicht so genau.
Okay. Das war's jetzt :) LIEBE!
Jetzt bin ich 20 und bin ganz bestimmt nicht am Ende meiner Erkenntnisse was Liebe angeht, aber natürlich fühl ich mich trotzdem viel schlauer als mit 15, so wie das halt immer ist. Bis man wieder älter wird und sich wieder schlauer vorkommt.
Jedenfalls bin ich jetzt 20, und jetzt ist für mich Liebe eine komische Mischung aus Gefühl und Entscheidung füreinander. Ich liebe viele Menschen, Freunde, Familie, Leute von denen ich Fan bin. Ich liebe auch Karo, und irgendwie ist bei ihr alles ein kleines bisschen anders, wenn sie da ist ist mein Fokus nur auf ihr, sie ist immer meine Priorität #1, sie hat auch nach bald drei Jahren noch die Macht mir weiche Knie zu machen. Weiche Knie bekomm ich von meiner Familie jetzt doch eher selten.
Ich weiß nicht genau was es ist, das diesen Unterschied ausmacht, aber vielleicht ist es die Menge an Dingen die man an der anderen Person wirklich gerne mag, und die Art, wie gut man zueinander passt.
Und dann ist es glaub ich auch eine Entscheidung. Die Entscheidung dafür, dass man miteinander sein Leben teilt, und versucht, wirklich gut zueinander zu passen. Dass man nicht nur zufällig alles am anderen mag, sondern auch sich dazu entscheidet, mit dem anderen zu wachsen und aneinander zu lernen und sich Dinge zu erklären und zu verstehen und zu verzeihen.
Wenn ich nicht genügend Dinge an der anderen Person mag, dann werde ich sie nie lieben können, aber wenn ich mich nicht dafür entscheide, mein Leben an ihrs anzupassen, dann wird es genauso wenig funktionieren.
Und jetzt habe ich total viel darüber philosophiert was Liebe für mich ist, und bin an einem ganz anderen Punkt angekommen als an dem Thema, auf das ich eigentlich hinaus wollte.
Der Punkt ist, ich liebe Karo. Ja, es gibt verdammt vieles, was diese Beziehung oft zu einer Herausforderung macht. Aber Karo hat unglaublich viele Dinge an ihr die ich mag, also ist eine Voraussetzung schon mal gegeben. Und wir haben uns gemeinsam entschieden, miteinander unser Leben zu teilen - für so lange, wie wir beide eben glücklich damit sind (bevor jetzt jemand denkt das hier ist die Ankündigung einer Verlobung oder so) -, und uns aneinander anzupassen, und damit ist auch die zweite Grundlage für eine Beziehung da. Und für Liebe.
Ich bin immer noch nicht da, wo ich hin wollte.
Okay. Also. Diese Beziehung ist vielleicht eine, in der ich damit klar kommen muss, dass meine Partnerin manchmal sterben will. Und sie ist eine, wo die Möglichkeiten unserer Treffen manchmal eingeschränkt sind, wegen Karos Ängsten oder Problemen. Und es gibt viele Dinge, die nicht ganz so sind, wie ich mir ursprünglich eine perfekte Beziehung vorgestellt habe.
Aber es gibt diese vielen tausend Dinge die ich an Karo mag, und die Tatsache, dass ich mit ihr Tage verbringen kann ohne dass sie mich nervt, und dass ich sie bewundere, und dann ist da, dass sie mir ohne Anlass manchmal einfach sagt wie dankbar sie mir ist und dass sie mich liebt, und nicht zu vergessen ist der Punkt, dass ich nie daran zweifle, dass es Karo am wichtigsten ist, dass ich glücklich bin. Eine Beziehung, in der man nie daran zweifeln muss, dass der Partner ALLES in seiner Macht stehende tut, um einen glücklich zu machen, ist ein Geschenk. Und es fühlt sich für mich an als wäre ich in einer Dauerumarmung, in der mir nichts passieren kann.
Jetzt bin ich da, wo ich sein will.
Ich erzähle hier sehr viel von den Schwierigkeiten in unserer Beziehung, und das lässt vielleicht manchmal die Frage offen, warum ich mir das ganze "antue". Naja, der Grund ist Liebe. Dass wir tausend Kleinigkeiten haben, die wir aneinander mögen, und dass wir uns dafür entscheiden, miteinander unsere Tage zu teilen, und dass wir gut zueinander passen und uns glücklich machen.
Und vielleicht ist das schwieriger in Worte zu fassen als Ängste die ich habe, und vielleicht mache ich es deshalb seltener.
Aber es ist bestimmt nicht seltener da als Ängste. Ganz bestimmt nicht.
Bevor ich jetzt anfange zu weinen, höre ich mit diesem Post auf, aber merkt euch das einfach. Solange ich mit Karo zusammen bin, habe ich gute Gründe dazu, und diese Gründe werden immer sein, dass ich mit ihr glücklicher bin als ohne sie.
Und wenn ich das hier nicht so oft sage, wie ich Schwierigkeiten erkläre, dann liegt das daran, dass Schwierigkeiten manchmal einfacher zu erklären sind als Liebe, oder vielleicht daran, dass Liebe immer schwierig zu erklären ist.
Ich weiß es auch nicht so genau.
Okay. Das war's jetzt :) LIEBE!
Labels:
berührend,
glücklich,
Kraft,
Liebe,
positives Denken,
Selbstreflektion,
Zusammenhalt
Sonntag, 10. Januar 2016
Die Angst, dass du stirbst.
Der Blogideekasten gibt regelmäßig Themen vor, die ein Ideenanstoß für Blogger sein sollen. Bisher bin ich noch nicht dazu gekommen zu einem der Themen zu bloggen, aber die aktuelle Idee ist Ängste, und dazu passt ein Thema sehr gut, zu dem ich schon länger mal schreiben wollte.
Die Angst, von der ich hier erzählen will, ist die Angst davor, dass Karo sich umbringt.
Es geht hier, wie zu erwarten ist, sehr konkret um Suizid. Wenn dir das zu viel ist, dann hör hier bitte auf zu lesen. Du wirst keine großen Infos verpassen, es geht nur darum, wie ich gelernt habe, mit dem Wissen umzugehen, dass Karo Suizidgedanken hat.
Als ich mich das erste Mal mit dem Thema konkret auseinandersetzen musste, hatte ich eine Nachricht von Karo falsch verstanden und dachte, dass sie mir erzählt hat, dass sie Suizidgedanken hat - obwohl es eigentlich um etwas ganz anderes ging. Ich kann mich an die Nachricht selbst nicht mehr erinnern, aber ich weiß noch genau, dass ich sehr geweint habe und noch mehr als Karo das Missverständnis aufgeklärt hat, und dass ich ihr ein kurzes Video gemacht habe indem ich darüber geredet habe wie sehr mich der Gedanke gerade fertig gemacht hat, und wie froh ich bin, dass ich es nur falsch verstanden hatte.
Zu dem Zeitpunkt waren wir höchstens ein paar Monate zusammen.
Eine zweite Situation an die ich mich sehr deutlich erinnere, war, glaube ich, vor etwas über zwei Jahren. Ich habe es als kurz vor Weihnachten im Kopf. Ich weiß nicht mehr, ob Karo da schon öfter mal erzählt hat, dass sie grundsätzlich/gelegentlich Suizidgedanken hat, oder ob es eher aus dem Nichts kam. Aber ich saß im ICE, auf dem Weg zu meiner Unistadt, und Karo war wegen etwas sehr verzweifelt, vielleicht auch wütend, ich weiß es (mal wieder) nicht mehr. Jedenfalls hat sie mir geschrieben, dass sie sich am liebsten grade aus dem Fenster stürzen würde. Ich glaube ich habe gefragt, ob sie das ernst gemeint hat oder nicht, und sie hat gesagt, sie hat es ernst gemeint. Der Rest war für mich eine Mischung aus blanker Panik und Hilflosigkeit und Horror. Ich glaube, Karo hat gesagt dass sie es nicht wirklich vorhatte zu tun, aber das Wissen, dass sie möchte, war zu viel für mich. Ich habe mit Karo geschrieben und die schlechte Verbindung im ICE hat mich in den Wahnsinn getrieben, ich habe versucht sie anzurufen und sie hat mich weggedrückt, ich habe beim Schaffner nachgefragt ob ich nachlösen könnte und im Zug sitzen bleiben könnte (weil er in ihre Richtung gefahren wäre) und überlegt, ob ich genug Geld für ein Taxi für über 100 km habe. Karo hat gesagt, wenn ich komme tut sie es erst recht, und ich bin ausgestiegen aus dem Zug, wo mich Menschen gehört haben wie ich heulend auf Karos Mailbox gesprochen habe, und in meiner Wohnung habe ich mich das erste Mal wegen so einer Situation übergeben, mehrmals. Später haben wir geskypet, sie ohne Bild, und ich habe ihr Harry Potter vorgelesen und versucht nicht zu weinen.
Viele Monate später, vor nicht ganz einem Jahr, gibt es eine weitere Situation an die ich manchmal denke. In der Zwischenzeit hatte ich mich an das Wissen, dass Karo Suizidgedanken hat, gewöhnt. Weitestgehend. So sehr man das eben kann. Wir saßen in einem Café vor einem Theater, wo wir ein Musical ansehen wollten, in dem es um die Geschichte einer Familie geht, deren Mutter depressiv ist. Irgendwie kamen wir dadurch auch auf Suizid zu sprechen, und ich habe gefragt, ob Karo es mir sagen würde, wenn sie es vorhätte. Sie würde nicht, hat sie gesagt, weil ich sie vielleicht abhalten könnte, und dann haben wir glaube ich weiter darüber geredet, recht konkret, aber nicht lange, weil ich Karo mit Tränen in den Augen gebeten habe aufzuhören, und sie hat gefragt was los ist, und ich hab gesagt dass mir das zu nah geht, und ich das nicht kann. Dann hat sie gelächelt und meine Hand gedrückt und gesagt dass ich nicht weinen soll, weil ich doch sonst mein Makeup verschmiere, und wir haben das Thema gewechselt.
Später haben wir noch einmal darüber geredet, darüber wie ich gern wissen will dass sie Suizidgedanken hat, aber die Details nicht aushalte, und dass sie zum Glück Freunde hat, mit denen sie das detaillierter besprechen kann. Und ihre Therapeutin.
Ängste kann man kleiner bekommen, indem man sich mit ihnen auseinandersetzt und versucht Lösungen für die Situationen zu finden, vor denen man Angst hat. Ich bin jemand, der gern einen Plan hat. Deshalb gehe ich oft mit Ängsten so um, dass ich mir die schlimmste Situation vorstelle, die passieren kann, und dann darüber nachdenke, wie ich damit umgehen könnte. Rettungsanker für das Worst-Case-Szenario. Wenn ich eine gewisse Vorstellung davon habe, wie ich beängstigende Erlebnisse bewältigen kann, dann ist auch die Angst nicht mehr ganz so groß und erdrückend.
Die Angst, dass Karo eines Tages ihren Suizidgedanken folgt und sich umbringt, ist sehr wahrscheinlich die größte Angst die ich je hatte. Sehr langsam, Schritt für Schritt habe ich mich an das Thema ran gewagt und noch immer geh ich langsam vor, immer nur so weit, wie ich gerade kann. So makaber es klingt, aber ich habe mir unzählige Male vorgestellt, wie ich erfahre dass Karo sich umbringen möchte oder umgebracht hat. Ich glaube nicht, dass das auch nur einmal ohne viele Tränen funktioniert hat. Aber jedes Mal hat es mir auch ein bisschen Sicherheit gegeben, dass ich mir zumindest schon mal Gedanken dazu gemacht hätte, was ich tun würde.
Seinen Frieden damit finden, dass der Partner manchmal nicht mehr leben möchte, ist nicht einfach. Seinen Frieden damit finden, dass der Partner tatsächlich nicht mehr lebt, ist vermutlich noch mal ein ganz ganz anderes Kapitel, das trotz aller Bemühungen außerhalb meiner Vorstellungen liegt, und ich könnte wohl nie dafür vorbereitet sein. Die Angst davor wird wohl immer irgendwie bleiben. Zum Glück ist sie auch eine sehr distanzierte Angst, weil ich großes Vertrauen darin habe, dass Karo nicht aufgibt, so wie sie ihr ganzes Leben lang noch nie aufgegeben hat.
Ich bin trotz allem Schmerz den es bringt sehr froh, dass ich mich mit all dem auseinandersetze und sogar so weit gehe, die schlimmsten Situationen in Gedanken durchzuspielen. Ich glaube, es ist eine der Methoden die für mich ganz wichtig sind, um gesund zu bleiben.
In meinen Augen sind Ängste, die man von sich schiebt, etwas was in unerwarteten Momenten an dir hochkriecht und dich erschrickt. Ängste, mit denen man sich auseinandersetzt, sind dagegen eine Chance zu wachsen.
Die Angst, von der ich hier erzählen will, ist die Angst davor, dass Karo sich umbringt.
Es geht hier, wie zu erwarten ist, sehr konkret um Suizid. Wenn dir das zu viel ist, dann hör hier bitte auf zu lesen. Du wirst keine großen Infos verpassen, es geht nur darum, wie ich gelernt habe, mit dem Wissen umzugehen, dass Karo Suizidgedanken hat.
Als ich mich das erste Mal mit dem Thema konkret auseinandersetzen musste, hatte ich eine Nachricht von Karo falsch verstanden und dachte, dass sie mir erzählt hat, dass sie Suizidgedanken hat - obwohl es eigentlich um etwas ganz anderes ging. Ich kann mich an die Nachricht selbst nicht mehr erinnern, aber ich weiß noch genau, dass ich sehr geweint habe und noch mehr als Karo das Missverständnis aufgeklärt hat, und dass ich ihr ein kurzes Video gemacht habe indem ich darüber geredet habe wie sehr mich der Gedanke gerade fertig gemacht hat, und wie froh ich bin, dass ich es nur falsch verstanden hatte.
Zu dem Zeitpunkt waren wir höchstens ein paar Monate zusammen.
Eine zweite Situation an die ich mich sehr deutlich erinnere, war, glaube ich, vor etwas über zwei Jahren. Ich habe es als kurz vor Weihnachten im Kopf. Ich weiß nicht mehr, ob Karo da schon öfter mal erzählt hat, dass sie grundsätzlich/gelegentlich Suizidgedanken hat, oder ob es eher aus dem Nichts kam. Aber ich saß im ICE, auf dem Weg zu meiner Unistadt, und Karo war wegen etwas sehr verzweifelt, vielleicht auch wütend, ich weiß es (mal wieder) nicht mehr. Jedenfalls hat sie mir geschrieben, dass sie sich am liebsten grade aus dem Fenster stürzen würde. Ich glaube ich habe gefragt, ob sie das ernst gemeint hat oder nicht, und sie hat gesagt, sie hat es ernst gemeint. Der Rest war für mich eine Mischung aus blanker Panik und Hilflosigkeit und Horror. Ich glaube, Karo hat gesagt dass sie es nicht wirklich vorhatte zu tun, aber das Wissen, dass sie möchte, war zu viel für mich. Ich habe mit Karo geschrieben und die schlechte Verbindung im ICE hat mich in den Wahnsinn getrieben, ich habe versucht sie anzurufen und sie hat mich weggedrückt, ich habe beim Schaffner nachgefragt ob ich nachlösen könnte und im Zug sitzen bleiben könnte (weil er in ihre Richtung gefahren wäre) und überlegt, ob ich genug Geld für ein Taxi für über 100 km habe. Karo hat gesagt, wenn ich komme tut sie es erst recht, und ich bin ausgestiegen aus dem Zug, wo mich Menschen gehört haben wie ich heulend auf Karos Mailbox gesprochen habe, und in meiner Wohnung habe ich mich das erste Mal wegen so einer Situation übergeben, mehrmals. Später haben wir geskypet, sie ohne Bild, und ich habe ihr Harry Potter vorgelesen und versucht nicht zu weinen.
Viele Monate später, vor nicht ganz einem Jahr, gibt es eine weitere Situation an die ich manchmal denke. In der Zwischenzeit hatte ich mich an das Wissen, dass Karo Suizidgedanken hat, gewöhnt. Weitestgehend. So sehr man das eben kann. Wir saßen in einem Café vor einem Theater, wo wir ein Musical ansehen wollten, in dem es um die Geschichte einer Familie geht, deren Mutter depressiv ist. Irgendwie kamen wir dadurch auch auf Suizid zu sprechen, und ich habe gefragt, ob Karo es mir sagen würde, wenn sie es vorhätte. Sie würde nicht, hat sie gesagt, weil ich sie vielleicht abhalten könnte, und dann haben wir glaube ich weiter darüber geredet, recht konkret, aber nicht lange, weil ich Karo mit Tränen in den Augen gebeten habe aufzuhören, und sie hat gefragt was los ist, und ich hab gesagt dass mir das zu nah geht, und ich das nicht kann. Dann hat sie gelächelt und meine Hand gedrückt und gesagt dass ich nicht weinen soll, weil ich doch sonst mein Makeup verschmiere, und wir haben das Thema gewechselt.
Später haben wir noch einmal darüber geredet, darüber wie ich gern wissen will dass sie Suizidgedanken hat, aber die Details nicht aushalte, und dass sie zum Glück Freunde hat, mit denen sie das detaillierter besprechen kann. Und ihre Therapeutin.
Ängste kann man kleiner bekommen, indem man sich mit ihnen auseinandersetzt und versucht Lösungen für die Situationen zu finden, vor denen man Angst hat. Ich bin jemand, der gern einen Plan hat. Deshalb gehe ich oft mit Ängsten so um, dass ich mir die schlimmste Situation vorstelle, die passieren kann, und dann darüber nachdenke, wie ich damit umgehen könnte. Rettungsanker für das Worst-Case-Szenario. Wenn ich eine gewisse Vorstellung davon habe, wie ich beängstigende Erlebnisse bewältigen kann, dann ist auch die Angst nicht mehr ganz so groß und erdrückend.
Die Angst, dass Karo eines Tages ihren Suizidgedanken folgt und sich umbringt, ist sehr wahrscheinlich die größte Angst die ich je hatte. Sehr langsam, Schritt für Schritt habe ich mich an das Thema ran gewagt und noch immer geh ich langsam vor, immer nur so weit, wie ich gerade kann. So makaber es klingt, aber ich habe mir unzählige Male vorgestellt, wie ich erfahre dass Karo sich umbringen möchte oder umgebracht hat. Ich glaube nicht, dass das auch nur einmal ohne viele Tränen funktioniert hat. Aber jedes Mal hat es mir auch ein bisschen Sicherheit gegeben, dass ich mir zumindest schon mal Gedanken dazu gemacht hätte, was ich tun würde.
Seinen Frieden damit finden, dass der Partner manchmal nicht mehr leben möchte, ist nicht einfach. Seinen Frieden damit finden, dass der Partner tatsächlich nicht mehr lebt, ist vermutlich noch mal ein ganz ganz anderes Kapitel, das trotz aller Bemühungen außerhalb meiner Vorstellungen liegt, und ich könnte wohl nie dafür vorbereitet sein. Die Angst davor wird wohl immer irgendwie bleiben. Zum Glück ist sie auch eine sehr distanzierte Angst, weil ich großes Vertrauen darin habe, dass Karo nicht aufgibt, so wie sie ihr ganzes Leben lang noch nie aufgegeben hat.
Ich bin trotz allem Schmerz den es bringt sehr froh, dass ich mich mit all dem auseinandersetze und sogar so weit gehe, die schlimmsten Situationen in Gedanken durchzuspielen. Ich glaube, es ist eine der Methoden die für mich ganz wichtig sind, um gesund zu bleiben.
In meinen Augen sind Ängste, die man von sich schiebt, etwas was in unerwarteten Momenten an dir hochkriecht und dich erschrickt. Ängste, mit denen man sich auseinandersetzt, sind dagegen eine Chance zu wachsen.
Ankündigung: Das hier ist eine glückliche Beziehung. ;)
Iiiiich hab das starke Bedürfnis hier noch was positives zu schreiben. Logischerweise geht es hier auf dem Blog sehr viel um Probleme in der Beziehung, oder um Schwierigkeiten - weil das halt mal das Thema ist, das ich mir ausgesucht habe. Ich habe manchmal das Gefühl, dass das aber meine Beziehung nicht gut genug darstellt, weil ich ja glücklich mit Karo bin und es sehr viele positive Dinge gibt.
Ich hab einen Blogpost im Kopf, den ich schon länger schreiben will, an den ich aber deshalb auch hohe Ansprüche habe und weil ich zurzeit krank bin, hab ich jetzt nicht die Konzentration dafür, den wirklich gut zu schreiben. DESHALB ist das hier die offizielle Information dass ich in einer glücklichen Beziehung bin und bald mehr dazu erzählen werde, was denn wirklich gut läuft und schön ist. :)
Das war's.
Ich hab einen Blogpost im Kopf, den ich schon länger schreiben will, an den ich aber deshalb auch hohe Ansprüche habe und weil ich zurzeit krank bin, hab ich jetzt nicht die Konzentration dafür, den wirklich gut zu schreiben. DESHALB ist das hier die offizielle Information dass ich in einer glücklichen Beziehung bin und bald mehr dazu erzählen werde, was denn wirklich gut läuft und schön ist. :)
Das war's.
Abonnieren
Posts (Atom)